Umfrage: Große Mehrheit der Verbraucher will Lebensmittel-Ampel

Freitag, 24. Juli 2009 | 09:57 Uhr | A.WIRTZFELD | ABGESPEIST
Quelle: AFP
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Foodwatch-Chef, Thilo Bode (der Ampelmann) fordert Engagement von Aigner auf EU-Ebene

DEUTSCHLAND (Berlin) - Die Mehrheit der deutschen Verbraucher wünscht sich einer Umfrage zufolge bei Lebensmitteln eine Nährwertkennzeichnung in den Ampelfarben. 69 Prozent der Bundesbürger sind für die Lebensmittel-Ampel, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie für die Verbraucherorganisation Foodwatch hervorgeht. Damit würde mit den Farben rot, gelb und grün signalisiert, ob der Gehalt an Fett, Zucker, Salz und anderen Inhaltsstoffen hoch, mittel oder gering ist. Sogar 71 Prozent der Befragten forderten die Bundesregierung der Umfrage zufolge auf, sich auf europäischer Ebene für die Nährwert-Ampel einzusetzen.

Foodwatch wirft der Europäischen Kommission vor, ihr bisheriger Vorschlag zur Nährwertkennzeichnung führe dazu, dass kein Staat mehr das Ampelmodell vorschreiben könne. Dies habe ein Rechtsgutachten im Auftrag der Organisation ergeben. Ein solches Verbot lehnen laut Foodwatch 77 Prozent der Befragten ab.

Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode forderte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) daher auf, sich auch in Brüssel für die Lebensmittel-Ampel einzusetzen. "Deutschland will die Ampel, und Deutschland will sich vor allem kein Ampel-Verbot aus Brüssel diktieren lassen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Foodwatch fordert daher eine sogenannte Öffnungsklausel in der EU-Vorschrift, um zumindest auf nationaler Ebene die Ampel zuzulassen.

Bode warf Aigner mangelndes Engagement in Brüssel für das Anliegen vor: "Dass sich Frau Aigner nicht längst im EU-Ministerrat gegen das Ampelverbot eingesetzt hat, ist Verrat am Verbraucher." Die Ministerin gebe sich "nur zum Schein offen für die verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnung", helfe tatsächlich aber nur der Lebensmittelindustrie. Die Kommission hält der Foodwatch-Kritik entgegen, eine verpflichtende Ampelkennzeichnung sei ihrem Entwurf zufolge zwar nicht mehr möglich, auf freiwilliger Basis hingegen schon. (aw.yoopress)

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