Schafleber trotz hoher Dioxinbelastung weiter im Verkauf

Donnerstag, 11. June 2009 | 20:12 Uhr | A.WIRTZFELD | UMWELT & GESUNDHEIT
Quelle: AFP
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800.000 Menschen in Deutschland verzehrten regelmäßig Schafleber, vor allem Muslime, die kein Schweinefleisch essen

DEUTSCHLAND (Berlin) - Trotz hoher Dioxinbelastung lassen die deutschen Behörden laut einem Zeitungsbericht den Verkauf von besonders bei türkischen Einwanderern beliebter Schafleber weiter zu. Zwar habe das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgestellt, dass in 94 Prozent der 140 Leberproben aus sechs Bundesländern mehr des krebserregenden Stoffes enthalten sind als von der EU erlaubt, berichtete die "taz" (Freitagsausgabe). Doch als Konsequenz daraus habe das Amt nur vor dem Verzehr gewarnt. Der Verkauf sei weiter erlaubt.

Wer sein ganzes Leben lang Schafleber verzehre, bei dem genügten schon 250 Gramm pro Woche, um die tolerierbare Menge deutlich zu überschreiten, zitierte die Zeitung aus einem BfR-Gutachten. Allerdings sei der lebenslange, wöchentliche Verzehr hoch belasteter Schafleber "nicht wahrscheinlich".

Dem widersprach die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. 800.000 Menschen in Deutschland verzehrten regelmäßig Schafleber, vor allem Muslime, die kein Schweinefleisch essen, sagte Foodwatch- Chef Thilo Bode. "Aus den Daten lediglich Verzehrempfehlungen abzuleiten, halte ich für kriminell", kritisierte er. "Zu stark belastete Ware muss vom Markt genommen werden." (aw.yoopress)

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