Das übermäßiger Alkoholkonsum Krebs verursachen kann, ist bereits seit längerem bekannt. Bislang fehlten aber Aussagen darüber, wie viele Krebsfälle darauf zurückzuführen sind und von welcher Dosis dies abhängt. Für die neue Studie werteten die Experten des Potsdamer Instituts gemeinsam mit kanadischen Wissenschaftlern Daten von fast 364.000 Menschen aus Dänemark, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien aus. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" veröffentlicht.
In den acht untersuchten Ländern bedingte der Alkoholkonsum bei Frauen im Jahr 2008 insgesamt etwa 21.500 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes wie Mund-, Rachen-, und Speiseröhrenkrebs sowie des Darms, der Leber und der Brust. Rund 17.400 Fälle davon waren auf einen Konsum von mehr als einem Glas Bier, Wein oder Spirituosen pro Tag zurückzuführen. Bei Männern war Alkohol im selben Jahr laut Studie für fast 57.600 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms und der Leber verantwortlich. Wobei sich diese Zahl nur auf Dänemark, Griechenland, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien bezieht. Dabei waren rund 33.000 dieser Fälle auf einen Konsum von mehr als zwei alkoholischen Getränken pro Tag zurückzuführen.
Sehr viele Krebsfälle wären bereits "vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert", erklärte Madlen Schütze, Autorin der Studie. (red.yoopress)




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