Wie können sich Verbraucher über belastete Eier informieren?
Ob ein Ei belastet ist, verrät der Erzeugercode, der auf jedes Ei gestempelt ist und den Herkunftsbetrieb verrät. Im aktuellen Fall aus Niedersachsen handelt es sich um den Erzeugercode 0-DE-0356091. Eier mit diesem Aufdruck könnten betroffen sein, wenn sie zugleich die Mindesthaltbarkeitsdaten 14.06.2012 und später tragen. Die Überwachungsbehörden veröffentlichen die Warnungen samt der Kennungen betroffener Eier oder anderer Produkte auf www.lebensmittelwarnung.de. Wer stets auf dem neuesten Stand sein will, kann sich Hinweise auf neue Meldungen über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter schicken lassen.
Sind Verbraucher mit Bioeiern auf der sicheren Seite?
Leider nein, wie auch der jüngste Fall aus Niedersachsen zeigt. Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich laut Landes-Verbraucherschutzministerium um einen Biohof, der auf Freilandhaltung setzt. Schon bei ähnlichen Giftfunden in Eiern im Mai und April in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen waren Biohöfe betroffen. In einem Fall stellten Prüfer später fest, dass die Hühner dort PCB über den Asphalt aufnahmen, der am Rand ihres Freigeheges den Boden befestigte.
Gibt es Unterschiede zwischen Eiern aus Freilandhaltung und Ställen?
Flächen im Freien sind häufig stärker mit Dioxinen und PCB belastet als die Böden in geschlossenen Ställen und Käfigen. Weil die Hühner häufig im Boden scharren und Sand aufpicken, führt das nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW generell zu einer höheren Grundbelastung der Eier.
Kann ich Dioxine und PCB ganz vermeiden?
Nein, der Mensch kann die Gifte mit keinem seiner Sinne bemerken. Sie lassen sich weder riechen noch schmecken und durch Kochen oder Braten auch nicht beseitigen. Eine Belastung lässt sich lediglich minimieren. Hauptquelle der Dioxinaufnahme bei Menschen ist die Nahrung: 90 bis 95 Prozent der Belastung gelangt nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) auf diesem Weg in den Körper, nahezu Zweidrittel davon durch den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Das liegt daran, dass sich die Gifte bevorzugt im Körperfett von Tieren ansammeln.
Und was ist mit Fisch?
Weil auch Gewässer mit Dioxinen und PCB belastet sind, können zumindest sehr fetthaltige Fische wie Lachse und Heringe nach Angaben des UBA unter Umständen sogar schlimmer verseucht sein als Landtiere. Da diese aber nur in relativ kleinen Mengen konsumiert werden, sind sie als Belastungsfaktor nicht so entscheidend.
Was ist die Emfpehlung?
Dioxine und PCB sind zwar längst verboten oder es gelten strengste Emissionsgrenzen, aber sie sind äußerst langlebig und häufig seit langem in der Umwelt vorhanden. Die Stoffe stammen unter anderem aus Müllverbrennungsöfen und aus bestimmten Kunststoffen. Die Moleküle verteilen sich mit der Zeit über das Wasser oder die Luft und haften vor allem an Bodenpartikeln sowie Pflanzen. Wer die Aufnahme der gefährlichen Gifte minimieren will, dem empfehlen Experten insgesamt, wenig fettreiche tierische Lebensmittel zu essen. (red.yoopress)




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