Milchbauern fordern trotz Millionenhilfen Begrenzung der Produktion

Freitag, 27. November 2009 | 10:52 Uhr | A.WIRTZFELD | SUBVENTIONEN
Quelle: AFP
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Verband BDM: Politik handelt im Interesse großer Molkereikonzerne - Hilfsprogramm von Aigner bietet keine Perspektive - Milchablassen auf den Äckern (Foto: BDM)

DEUTSCHLAND (Frankfurt) - Die deutschen Milchbauern wollen trotz der Millionenhilfen der Bundesregierung für die kommenden Jahre weiter für eine Begrenzung der Produktionsmengen kämpfen. Zwar habe Bundeslandministerin für Wirtschaft Ilse Aigner (CSU) "viel Geld in die Hand genommen, aber selbst die 750 Millionen Euro Grünlandprämie helfen uns nicht weiter", sagte der Chef Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, der "Frankfurter Rundschau" (Freitagsausgabe). Deshalb werde das Thema Milchmengenbegrenzung bald wieder auf der Tagesordnung stehen.

Landwirtschaftsministerin Aigner habe das Thema Mengenbegrenzung unter dem Druck von Agrar- und Lebensmittelkonzernen für abgehakt erklärt, sagte Schaber der "FR". "Die Politik hat nicht das Rückgrat, gesellschaftliche Belange in den Vordergrund zu stellen, sondern gibt den Wünschen einzelner Konzerne nach." Große Lebensmittelhersteller wie Nestlé oder Kraft und Molkereikonzerne wie Campina, Nordmilch oder Humana hätten ein Interesse an niedrigen Milchpreisen, da diese Standardprodukte wie Butter oder Milchpulver nur zu Niedrigpreisen auf dem Weltmarkt verkaufen könnten. Deswegen sei ein offener Milchmarkt frei von Regulierung im Interesse dieser Großmolkereien und Lebensmittelhersteller.

Aigner hatte den deutschen Landwirten angesichts des Preisverfalls für Agrarprodukte für die kommenden beiden Jahre zusätzliche 750 Millionen Euro Hilfe zugesagt. Von dem Programm sollen insbesondere die Milchbauern profitieren. 500 Millionen Euro sollen in Form von Grünland- und Kuhprämien ausgezahlt werden. (aw.yoopress)

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