Für eine klare Kennzeichnung, Kontrollen und Sanktionen setzte sich auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein. "Wir sind gegen jede Form des Manschens und Panschens", sagte NGG-Chef Franz-Josef Möllenberg der "PNP". Notwendig seien "Reinheitsgebote für Lebensmittel". Wenn Imitate verwendet würden, müsse das klar gekennzeichnet werden.
Der FDP-Ernährungsexperte Hans-Michael Goldmann warf der Bundesregierung vor, sie habe beim Verbraucherschutz "ihre Hausaufgaben nicht gemacht". "Die Probleme sind seit langem bekannt", erklärte er in Berlin. "Doch geschehen ist nichts." Das Bundesverbraucherministerium habe zwar Runde Tische veranstaltet und Aktionsprogramme vorgelegt. Dabei wurde das Thema Lebensmittel-Imitate aber offensichtlich übersehen. "Die Bundesregierung steht vor einem verbraucherpolitischen Scherbenhaufen."
Am Freitag hatte die Verbraucherzentrale Hamburg eine Liste mit Produkten veröffentlicht, die Lebensmittel-Imitate enthalten (wir berichteten). Dazu gehören Schokokekse ohne Schokolade, aus Fischmuskel-Eiweiß geformte Pseudo-Garnelen oder mit Billigzutaten gestrecktes Pesto. Immer mehr Hersteller sparten an den Zutaten, ohne dass die Kunden dies merken sollten, kritisierten die Verbraucherschützer. Das gelte nicht nur für Billigprodukte, sondern auch für teure Markenartikel. (aw.yoopress)




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