Die 18- bis 22-jährigen Berufsschüler aus Lübeck hatten im März 2009 zusammen mit ihrer Klasse das "Anatolia Beach Hotel" in Kemer bei Antalya besucht. Dort kauften sie unwissentlich illegal hergestellten Wodka, der hohe Anteile des giftigen Stoffes Methanol enthielt. Ein Schüler starb noch im Hotel, zwei weitere wenig später im Krankenhaus.
Vor dem Schwurgericht in Antalya müssen sich seit Januar 2010 mehrere Angeklagte verantworten. Bei der jüngsten Verhandlung Ende Mai wies der Hauptangeklagte, der Alkohol-Lieferant Cengiz E., die Vorwürfe der Anklage zurück und gab den deutschen Schülern selbst die Schuld: Sie hätten am fraglichen Tag Parfüm getrunken und Hasch geraucht, sagte er.
Anwältin Yildirim, die die Familien der Opfer vertritt, sagte, sie rechne am Freitag noch nicht mit einem Urteil, weil sich das für den Fall zuständige Richtergremium derzeit im Urlaub befinde. Die Vertretungsrichter könnten zwar ein Urteil in dem Fall sprechen, doch sei dies eher unwahrscheinlich. Zu erwarten sei eine weitere Vertagung auf einen Termin im September.
Mangelhafte Kontrollen und hohe Steuern auf Alkohol in der Türkei sorgen nach Meinung von Experten für einen florierenden Schwarzmarkt für gepanschten Schnaps. Erst vor kurzem waren fünf russische Fremdenführer nach dem Genuss von gepanschtem Whisky während einer Bootsfahrt im südwesttürkischen Bodrum gestorben.
Bei anschließend verstärkten Kontrollen der türkischen Behörden wurden auch in der bei Deutschen beliebten Urlaubsprovinz Antalya gefährlicher Fusel-Schnaps gefunden. In Hotels der Gegend stellten die Kontrolleure nach Medienberichten bei 22 Proben aus Schnapsflaschen erhöhte Methanol-Werte fest. Fünf Spirituousen-Marken wurden inzwischen landesweit verboten. (red.yoopress)




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