Bundesärztekammer: Generelles Verbot von Alkoholwerbung ist überfällig

Montag, 15. June 2009 | 20:03 Uhr | A.WIRTZFELD | DROGEN & SUCHT
Quelle: AFP
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Ärzte und Suchtexperten fordern ein Verbot der Alkoholwerbung in Verbindung mit coolen Szene-Bildern in allen Medien

DEUTSCHLAND (Berlin) - Die Ärzteschaft hat ein generelles Verbot der Alkoholwerbung gefordert. Dieser Schritt sei "überfällig", erklärte Frieder Hessenauer, Suchtexperte der Bundesärztekammer (BÄK), am Montag anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Alkohol. "Besonders alarmierend" sei, dass immer mehr Minderjährige mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert würden.

Werbung für Alkoholprodukte etwa mit Szenen von Strandpartys oder coolen Diskonächten, mit der vor allem Jugendliche angesprochen würden, sei hochproblematisch. "Diesem Treiben dürfen wir nicht länger tatenlos zusehen", betonte Hessenauer, der Vorsitzender des BÄK-Ausschusses "Sucht und Drogen" ist.

Der Ärztevertreter betonte, es gehe nicht darum, Alkohol generell zu verteufeln. Es sollte sich aber jeder fragen, ob sein Alkoholkonsum gesundheitlich vertretbar sei. Die diesjährige Aktionswoche Alkohol steht unter dem Motto "Kenn' Dein Limit". Bundesweit finden dazu bis zum Sonntag zahlreiche Veranstaltungen statt.

In Deutschland gelten etwa 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig, bei etwa zwei Millionen liegt ein Alkoholmissbrauch vor. Über 9,5 Millionen Menschen in Deutschland betreiben laut Schätzungen einen "riskanten Konsum". (aw.yoopress)

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