2010 war der Statistik zufolge bereits das vierte Jahr in Folge, in dem die Gesamtbranche Einbußen hinnehmen musste. Allein im Krisenjahr 2009 hatte sie ein reales Minus von über sechs Prozent zu verkraften. Aus diesem Tal haben sich die Übernachtungs- und Gaststättenbetriebe den aktuellen Zahlen zufolge wieder nach oben gekämpft, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg.
Die Gastronomie büßte laut Statistischem Bundesamt auch 2010 weiter ein: Nominal sank ihr Umsatz demnach um 0,4 Prozent, real ging er sogar um 1,6 Prozent zurück. Der wirtschaftliche Aufschwung habe die Gastwirte noch nicht in vollem Umfang erreicht, sagte Dehoga-Sprecherin Stefanie Heckel der Nachrichtenagentur AFP.
Auch das Wetter spielte demnach 2010 nicht mit. "Die Gastronomie ist sehr konjunktursensibel und sehr witterungsabhängig. Wir hatten einen langen, schneereichen Winter Anfang 2010 und ein kurzes Frühjahr", sagt Heckel. Der heftige Wintereinbruch im Dezember habe sich schließlich negativ auf das Weihnachtsgeschäft ausgewirkt.
Hotels und andere Herbergen hingegen konnten erstmals seit 2006 wieder an Umsatz zulegen, wie die Zahlen des Bundesamtes zeigen. Allerdings war bei ihnen im Jahr zuvor auch die krisenbedingte Flaute noch dramatischer ausgefallen als bei den Gastronomen. "Es werden wieder mehr Veranstaltungen durchgeführt und es finden auch wieder mehr Geschäftsreisen statt", erklärt Heckel den Aufschwung der Hotellerie. Außerdem habe die Anfang 2010 gesenkte Mehrwertsteuer die Stimmung der Hotelbranche beflügelt. Nominal stieg deren Umsatz laut Statistik um 6,9 Prozent, real um 1,1 Prozent.
Für das laufende Jahr hoffe die Gesamtbranche auf ein nominales Plus von 1,5 bis zwei Prozent. Die Gäste der Gastronomie werden sich laut Heckel auch weiterhin "preisbewusst" zeigen. Sollte der wirtschaftliche Aufschwung anhalten, könnten aber auch bald die Gastwirte profitieren. Der Beherbergungssektor werde sich auch weiter positiv entwickeln, wenngleich sich die starken Nachholeffekte des abgelaufenen Jahres vermutlich abschwächten. (red.yoopress)




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