Der Junge bezeichnet sich selbst als "Koodie", ein zusammengesetztes Wort aus Kind und Foodie - was wiederum eine englische Bezeichnung für Feinschmecker ist. Sein Blog "Adventures of Koodie" wurde bereits rund 60.000 Mal aufgerufen, und seit lokale Medien in Baltimore und Umgebung über sein außergewöhnliches Hobby berichtet haben, werden es immer mehr. In mehr als 50 Restaurants hat Eli im vergangenen Jahr mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern gegessen und anschließend Kritiken verfasst.
Als Höchstnote vergibt Eli fünf Sterne - jeweils für das Essen und für die Kinderfreundlichkeit. "Also einen Extrabereich für Kinder oder Unterhaltung für Kinder wie Cartoons oder Filme, Kinderportionen und kindergerechte Speisen wie Pizzen", sagt Eli. Bei den Gerichten achtet der 1,20 Meter große Junge mit Brille und Harry-Potter-Frisur vor allem auf drei Dinge: "Die Saftigkeit des Fleisches, die Süße der Nachtische und die Zähigkeit des geschmolzenen Käses."
Seine Eltern Jason und Cheryl sind mächtig stolz auf ihren Koodie. Als Eli seiner Mutter während der Sommerferien sagte, er wolle Restaurantkritiker werden, riet sie ihm, es doch erstmal mit einem Blog zu versuchen. Ein positiver Nebeneffekt ist für die Eltern auch, dass ihr Sohn, der erst spät zu sprechen anfing, nun sein Umfeld mit Fachausdrücken beeindruckt. "Das hat ihm richtig geholfen, seinen Wortschatz zu entwickeln", sagt Cheryl Knauer.
Bei vielen der Restaurants, die Eli mit seiner Familie besucht, würden professionelle Cuisine-Kritiker womöglich nicht einmal den Parkplatz betreten. Die kulinarische Welt des Grundschülers sind mit Neonröhren beleuchtete Pizzerien und Burger-Läden mit großen Flachbildschirmen an den Wänden, auf denen Basketball läuft. Kürzlich marschierte der Drei-Käse-Hoch aber auch in Morton's The Steakhouse. "Ein schickes Restaurant, weil die Leute Fliegen und schicke Chef-Hüte tragen", urteilte Eli.
Auf der Speisekarten stehen Thunfisch-Tartar, Lammkoteletts und Filet Mignon, doch Eli bestellte sich einen Bacon-Cheeseburger mit Pommes und einer Cola. Leicht verschreckt reagierte der Junge auf einen lebenden Hummer, der an einem Nebentisch zubereitet wurde. Sein Fazit: Fünf Sterne für das Essen, aber nur 1,5 Sterne für die Kinderfreundlichkeit. Das Restaurant sei geeignet für "Kinder, die sich ruhig verhalten können, Kinder, die es chic mögen".
Elis Vater, ein Fotograf, glaubt, dass sein Sohn es weit bringen könne, wenn er sich seinem Hobby weiter so leidenschaftlich widme. "Als Teenager wird er sich aber weiterentwickeln müssen, weil er dann ein anderes Publikum haben wird", sagt er. Um später in Welt der Gourmet-Größen mitzuspielen, dürfte Eli seine Geschmacksnerven tatsächlich noch etwas trimmen müssen. Als sein Lieblingsgericht gibt der Cuisine-Knirps bislang Pizza an - "Pizza mit Bacon". (red.yoopress)




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