Frankreichs Starkoch will nichts mehr wissen von steifen Restaurants

Dienstag, 29. September 2009 | 05:58 Uhr | A.WIRTZFELD | PERSÖNLICHKEITEN
Quelle: AFP
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Robuchon (rechts) mit Kollegen in einem seiner Restaurants in Paris, sieht die Wende in der Spitzengastronomie

FRANKREICH (Paris) - Frankreichs Starkoch Joël Robuchon, der mit 25 Sternen im "Michelin" so viele Auszeichnungen wie kein anderer hält, hat genug von steifen Spitzenrestaurants. "Die Leute wollen sehr gut essen, aber es soll auch Stimmung da sein, eine gewisse Geselligkeit", sagte Robuchon der Nachrichtenagentur AFP. "Man will ins Restaurant nicht wie in die Kirche gehen."

Auch die Küche dürfe nicht mehr überkandidelt sein, sagte Robuchon, der weltweit 16 Restaurants betreibt. "Man muss nicht jeden Tag Kaviar haben. Wenn Sie einen Salat essen und sich sagen, 'ich habe in meinem Leben noch keinen so guten Salat gegessen', dann ist das für mich echte Küche." Die meisten Drei-Sterne-Restaurants seien mittags leer, obwohl die Küche sehr gut sei, sagte der 64-Jährige. "Das heißt, dass es nicht mehr passt."

Robuchon hat neben seinen drei Restaurants und Weinbars in Paris unter anderem Lokale in London, New York, Hongkong und Tokio. Im November eröffnet er ein Restaurant in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh.

Robuchon ist der einzige Koch weltweit, der für drei Restaurants mit je drei "Michelin"-Sternen ausgezeichnet worden ist. Der Gastroführer Gault Millau erhob ihn 1990 zum "Koch des Jahrhunderts", die US-Tageszeitung "International Herald Tribune" kürte eines seiner Lokale 1994 zum "Besten Restaurant der Welt". (aw.yoopress)

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