DBV: Lebensmittelpreise steigen in 2010

Mittwoch, 06. Januar 2010 | 14:34 Uhr | RED.YOOPRESS | MARKT & HANDEL
Quelle: AFP
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Bauernverband rechnet für 2010 mit steigenden Lebensmittelpreisen

DEUTSCHLAND (Berlin) - Lebensmittel werden nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in 2010 teurer. Mit den Niedrigpreisen Ende 2009 sei "der Boden erreicht, so dass wir mit einem leichten Preisanstieg rechnen können", sagte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Im Dezember letzen Jahres zogen die Verbraucherpreise in mehreren Bundesländern im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut leicht an.

Höhere Lebensmittelpreise wären aus Sicht der Landwirte "mehr als fair", sagte Sonnleitner. Verbrauchern sei das Gefühl für angemessene Nahrungspreise teils verlorengegangen. "Die Deutschen definieren Nahrungsmittel über den Preis: Essen soll billig sein und nicht dick machen. Aber dass es Lebensqualität ist, Genuss, kommt zu kurz. So etwas wie 'Liebe geht durch den Magen", hört man nicht mehr."

Ursache der niedrigen Lebensmittelpreise sei der scharfe Wettbewerb unter den Lebensmittel-Discountern, sagte Sonnleitner. "340.000 Bauern stehen fünf große Discounter gegenüber, die den Markt so im Griff haben, dass sie alle ausspielen können." Der Lebensmitteleinzelhandel trage seinen Wettbewerb auf dem Rücken der Bauern aus.

Unter den Discountern wie Aldi und Lidl tobt seit Jahresbeginn ein Preiskrieg. Die Billig-Supermarktketten senkten im Jahresverlauf zwölf Mal dauerhaft die Preise für viele Produkte, darunter auch Milchprodukte wie Käse. Durch die massiven Preissenkungswellen versuchen die Supermarktketten ihre Marktanteile auszuweiten.

Bauernpräsident Sonnleitner warnte vor Schäden des Preiskampfs der Discounter für die Landwirtschaft und die gesamte Gesellschaft. "Langfristig kriegt der Verbraucher die Rechnung, wenn die Landwirtschaft stirbt, die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet ist und wir abhängig werden von Import und extremen Preisschwankungen."

Dieses Jahr dürfte aus Sicht des Bauernverbandes speziell für die Milchbauern eine Besserung bringen. Da sich für die ersten Monate des neuen Jahres leichte Preiserhöhungen abzeichneten, könnte 2010 "ein deutlich besseres Jahr werden als 2009", erklärte der DBV. Demnach könnten Bauern demnächst für ihre Milch Erzeugerpreise von 26 bis 28 Cent pro Kilogramm bekommen. Im Oktober 2009 hatte der Preis noch bei 24,7 Cent gelegen.

Die Verbraucherpreise zogen im Dezember 2009 in mehreren Bundesländern wieder etwas deutlicher an. In Nordrhein-Westfahlen erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie die Landesstatistikbehörde mitteilte. Ebenfalls 0,8 Prozent auf Jahressicht betrug amtlichen Angaben zufolge die Inflation in Hessen und Sachsen. In Berlin-Brandenburg kletterten die Preise im Vergleich zum Dezember 2008 nach amtlichen Angaben um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat November stiegen die Verbraucherpreise in allen vier Ländern um 0,8 Prozent.

In Sachsen stiegen die Verbraucherpreise im Gesamtjahr 2009 im Schnitt um 0,4 Prozent gegenüber 2008, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Dies sei die niedrigste Jahresteuerung seit 1993 gewesen. Für den moderaten Anstieg der Lebenshaltungskosten sorgten demnach unter anderem die gesunkenen Preise für Molkereiprodukte und Kraftstoffe. In Nordrhein-Westfalen betrug den Angaben zufolge die Teuerungsrate im Gesamtjahr im Schnitt 0,3 Prozent. (red.yoopress)

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