Die Ausfuhr von Schweinefleisch erhöhte sich den Angaben zufolge von 2001 bis 2010 von rund 430.000 Tonnen auf fast 1,6 Millionen Tonnen. Der Export von Geflügelfleisch stieg von rund 150.000 Tonnen auf knapp 400.000 Tonnen. Beim Rindfleisch gab es dagegen einen Rückgang von 540.000 Tonnen auf knapp 420.000 Tonnen.
Auch die Importe von Fleisch nach Deutschland stiegen im Zeitraum von 2001 bis 2010 deutlich an. Die Einfuhr erhöhte sich von 1,7 Millionen Tonnen auf knapp 2,4 Millionen Tonnen. Für 2011 liegen nach Angaben des Ministeriums noch keine Zahlen vor.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) begründete die steigenden Zahlen mit dem weltweiten Bevölkerungswachstum. "Die Zunahme des Fleischkonsums verläuft parallel zur Zunahme der Weltbevölkerung", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Vor allem in Schwellenländern mit wachsendem Wohlstand änderten sich die Essgewohnheiten rapide. "Wir können weder das Bevölkerungswachstum stoppen noch anderen Staaten den Speiseplan diktieren", sagte die Ministerin. Deutschland könne aber auf internationaler Ebene mithelfen, eine nachhaltige Produktion durchzusetzen.
Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn kritisierte in dem Blatt dagegen, "das System der Massentierhaltung in immer größeren Betrieben basiert auf Antibiotika-Missbrauch, schlechten Tierhaltungsbedingungen und dem Import gentechnisch veränderter Futtermittel." Die Grünen forderten die Bundesregierung auf, mehr für "artgerechte Tierhaltung und bessere Umweltstandards" zu tun.
Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, kritisierte die "aggressive Exportstrategie der Bundesregierung". Das Fleisch gehe in den Export, die Gülle bleibe hier, sagte Weiger der Zeitung. Die Industrie müsse die Folgekosten ihrer Produktion zahlen und dürfe sie nicht auf die Allgemeinheit abwälzen.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch appellierte an die Verbraucher, sich beim Fleischkonsum zurückzuhalten. "Es gibt kein Menschenrecht auf das tägliche Schnitzel", sagte der stellvertretende Foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt der "NOZ". (red.yoopress)




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