Parallel zu dem Agrarministergipfel in Berlin hatte ein Bündnis aus mehr als 90 Organisationen zu der Großdemonstration aufgerufen. Die Veranstalter werfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein, statt die Forderungen der Zivilgesellschaft durchzusetzen. Die Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden, lautet die Forderung. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen.
Währenddessen haben sich zum Abschluss des Agrarministergipfels in Berlin die Landwirtschaftsminister aus mehr als 60 Ländern zu einem entschlossenen Kampf gegen den Hunger bekannt. Die Teilnehmer des Treffens, darunter auch viele Vertreter aus Entwicklungs- und Schwellenländern, vereinbarten dazu am Samstag in ihrer Abschlusserklärung neue Strategien und eine engere Zusammenarbeit, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilte. Nötig seien ein verstärkter Schutz knapper Ressourcen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft.
"Ohne eine nachhaltige und produktive Land- und Ernährungswirtschaft wird der Kampf gegen den Hunger nicht zu gewinnen sein", erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Alle Staaten der Welt müssten die Verluste und die Verschwendung von Nahrungsmitteln drastisch verringern. "Millionen Menschen leiden Hunger, weil in ärmeren Ländern ein großer Teil der Ernte auf dem Weg vom Feld zu den Menschen verloren geht." Gleichzeitig wanderten in den Industriestaaten "Millionen Tonnen von Nahrungsmittel auf den Müll", kritisierte Aigner.
An dem Agrarministergipfel am Rande der Grünen Woche hatten nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit Vertretern aus 64 Staaten so viele wie noch nie teilgenommen. Die Ergebnisse des Treffens sollen unter anderem auf der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung im Juni 2012 in Brasilien diskutiert werden. (red.yoopress)




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