Kartellamt beginnt Ermittlungen zum Wettbewerb im Lebensmittelhandel

Samstag, 17. September 2011 | 08:22 Uhr | RED.YOOPRESS | RECHT & GESETZ
Quelle: AFP
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Sitz des Amtes in Bonn (Foto: Bundeskartellamt)

DEUTSCHLAND (Bonn) - Das Kartellamt untersucht die Macht der großen Lebensmittel-Händler gegenüber den Herstellern. 21 Unternehmen des Einzelhandels und rund 200 Hersteller etwa von Milch und Butter, Ketchup, Tiefkühlpizza und Kaffee bekamen umfangreiche Fragebögen zugesandt, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit. Die vier großen Handelsunternehmen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, teilen sich demnach 85 Prozent des Absatzmarktes bei Lebensmitteln untereinander auf. "Bei einer solch starken Konzentration müssen wir uns auch die Machtverhältnisse zwischen Händlern und Herstellern genauer anschauen", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Das Kartellamt hatte die Untersuchung im Frühjahr eingeleitet; nach Gesprächen mit der Branche starteten nun die Ermittlungen, sagte ein Sprecher. Die Behörde begründete die Untersuchung auch mit der öffentlichen Diskussion über die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Die Untersuchung werde "von weiten Teilen der Branche begrüßt." Produzenten wie die Milchbauern hatten sich in der Vergangenheit bitter über die Marktmacht der Handelsketten beschwert.

Mit den Daten, die das Kartellamt nun erhebt, will es herausfinden, ob und wenn ja, in welchem Ausmaß die großen Handelsunternehmen Einkaufsvorteile gegenüber ihren Konkurrenten haben. Zudem will die Behörde die wettbewerblichen Auswirkungen solcher Vorteile ermitteln. Dazu werde das Amt im Januar erneut Fragebögen verschicken. Erst nach der Auswertung der beiden Fragerunden wird die Behörde ein Ergebnis vorstellen. (red.yoopress)

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