Olio extra vergine von den Hängen des Himalaya

Mittwoch, 04. April 2012 | 07:10 Uhr | RED.YOOPRESS | UNTERNEHMEN
Quelle: AFP| Co-Autor: F.TAGGART
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Deutscher Unternehmer produziert in Nepal Olivenöl (Foto: Frankie Taggart / Voice of Aisia)

NEPAL (Chitlang) - Als Hartmut Bauder vor 17 Jahren die erste Olivenbaum-Plantage des Landes startete, konnten Skeptiker es kaum glauben. Kein Wunder, denn der Deutsche pflanzte seine Olivenbäumchen ausgerechnet in Nepal, an den Hängen des Himalaya. Mittlerweile jedoch sind die kritischen Stimmen leiser geworden. Baudert rechnet damit, demnächst erstmals Profit mit seinem Unternehmen Himalaya Plantations einzufahren.

"Alle Fachleute haben uns gesagt, wir seien wohl verrückt, und dass das nie etwas werden würde", erinnert sich Bauder - am Himalaya herrschten ja auch nicht gerade mediterrane Bedingungen für den Olivenanbau. Der Deutsche verbrachte 18 Jahre im indischen Mumbai als Manager bei einem Chemiekonzern. In Indien kam ihm die Idee mit dem Olivenanbau - und wurde zu einem Traum, den er mit 57 Jahren zu verwirklichen begann.

"Als wir noch in Mumbai waren, mussten wir uns das Olivenöl aus Europa mitbringen", sagt Bauder. Er habe sich immer gefragt, ob es kein einheimisches Olivenöl in dem Land gebe. Schließlich entdeckte Bauder im Norden Indiens ein italienisches Olivenanbau-Projekt. Mit Hilfe der Experten dort ließ er die Bedingungen für den Olivenanbau in Nepal prüfen.

Ein Jahr dauerte es, bis Bauder ein geeignetes Gelände gefunden hatte, das seinen vielfältigen Anforderungen gerecht wurde: im idyllischen Chitlang, einer alten Siedlung des im Kathmandu-Tal heimischen Newar-Volks. "Das Gelände durfte nicht größer als zehn bis maximal 15 Hektar sein und nicht weiter als drei Stunden von der Hauptstadt Kathmandu entfernt, nicht zu weit weg von Straßen, Elektrizität und Wasser, in Südlage und in einer Höhe von tausend bis 2000 Metern - weil Oliven im Winter Kälte brauchen."

Bauder, der seit 38 Jahren mit einer Nepalesin verheiratet ist, startete sein Projekt mit zehn Hektar Fläche an zwei verschiedenen Stellen. 1996 begann das Paar mit seinen Pflanzungen - rund 2300 Olivenbäumchen waren es am Anfang. Bauder rechnete mit Ausgaben von 20 Millionen Rupien (183.466 Euro). Die Kosten stiegen jedoch rasant, als der Unternehmer es mit einer in den Olivenhainen weltweit gefürchteten Pilzkrankheit zu tun bekam. "Ich hatte ja keine Ahnung von Landwirtschaft, Gartenbau oder Oliven", sagt Bauder: "Ich dachte, du pflanzt einen Baum, er wächst, du erntest, und dann machst du Olivenöl - wir mussten auf die harte Tour lernen, dass das nicht so einfach ist."

Irgendwann war Bauder so weit, dass er alles hinschmeißen wollte - im letzten Moment jedoch begegnete er einem der renommiertesten Olivenfachleute überhaupt: Der aus Israel stammende Gideon Peleg bot Bauder seine Beraterdienste an und erneuerte die Bewässerungs-, Pflanzenschnitt- und Düngeverfahren von Himalaya Plantations. "Wir habe eine Menge Zeit und Geld darauf verwendet, es zu nichts zu bringen, aber wir haben aus diesen Fehlern gelernt", sagt der Olivenbauer: "Nach rund sieben Jahren hatten wir Oliven und konnten Öl produzieren - zwischen 100 und 200 Litern pro Jahr."

Seit einer besonders guten Ernte im Jahr 2010 geht es bergauf mit Himalaya Plantations: "Bis jetzt haben wir noch keinen Profit gemacht, aber wir hoffen, dass wir dieses Jahr mehr erreichen als nur die schwarze Null", meint der Unternehmer. Bauder zufolge sind seine nepalesischen Oliven durch die Wachstumsbedingungen mit Temperaturen von minus zwei bis 37 Grad Celsius und dreimonatigem Monsunregen gefolgt von reichlich Sonnenschein unvergleichlich: Sie hätten ein ganz eigenes - eben nepalesisches - Aroma, in dem noch die reine Luft und die besondere Bodenqualität nachschmeckten.

Der Deutsche träumt nun davon, den Olivenöl-Geschmack in Nepal zu revolutionieren, wo bisher vor allem billiges spanisches Öl von geringer Qualität auf dem Markt ist. Schließlich biete er "eines der besten Öle der Welt" an. (f.taggart - red.yoopress)

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