SPD-Agrarexperte Folgart will Genkartoffel "Amflora" zulassen

Donnerstag, 27. August 2009 | 06:12 Uhr | A.WIRTZFELD | GENTECHNIK
Quelle: AFP
0908_kartoffel
Schatten-Agrarminister wirbt für Genkartoffel und Tierproduktionsanlagen

DEUTSCHLAND (Berlin) - Der im SPD-Kompetenzteam für Agrarpolitik zuständige Bauernverbands-Funktionär Udo Folgart hat sich für eine kommerzielle Zulassung der umstrittenen Genkartoffel "Amflora" ausgesprochen. "Man sollte darüber nachdenken, den Anbau einer Kartoffelsorte Amflora, also einer Stärkekartoffelsorte, zuzulassen", sagte Folgart der Berliner "tageszeitung" (Donnerstagausgabe). Die Kartoffel wurde vom BASF-Konzern entwickelt und produziert eine spezielle Art von Stärke für die industrielle Verwendung. Die Kartoffel ist bisher nur für den Forschungsanbau zugelassen.

Für Ostdeutschland verlangte Folgart zudem "mehr Tierproduktionsanlagen", da damit mehr Arbeit entstehe. "Da bin ich offen für jede Größe. Ich begrüße jeden Investor, jeden Landwirt", sagte Folgart. In Ostdeutschland werden derzeit unter anderem viele große Schweinemastanlagen geplant. An mehreren Orten erregen die Pläne den Widerstand der Bevölkerung.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hatte Folgart vor wenigen Wochen als Experte für Agrarpolitik in seine Kompetenzteam berufen. Der 53-Jährige ist Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Agro-Glien Gmbh in Brandenburg und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. Folgart hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für die Nutzung der grünen Gentechnik ausgesprochen. In den letzten vier Jahren schwarz-roter Koalition hatte sich die SPD kritisch gegenüber der Gentechnik gezeigt. (aw.yoopress)

Kommentare (0)