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AFRIKA

Weinland Südafrika erwartet außergewöhnlichen Jahrgang 2015
Trotz geringerer Ernte verspricht die Qualität der Trauben einen besonderen Weinjahrgang. (© Ken Forrester)

SÜDAFRIKA (Kapstadt) – Während die Weine im Keller 'geboren' werden beginnt für die Winzer an der südlichen Spitze Afrikas gleichzeitig das neue Weinjahr. Die Ernte für den Jahrgang 2015 konnte früher und schneller als üblich eingebracht werden. "Es war der früheste Start seit Jahrzehnten", sagt Francois Viljioen von VinPro*.

 

Was die Qualität der Trauben und des Traubensaftes betraf, waren und sind die Winzer immer noch nahezu euphorisch. Die Tatsache, dass die Menge zwischen 10 und 25 Prozent geringer ist als die einer Normalernte, ist im Hinblick auf die überdurchschnittlich hohe Qualität gut zu verkraften. Dennoch, nach der jüngsten Schätzung konnten circa 1,5 Millionen Tonnen Trauben eingefahren werden – lediglich 1,1 Prozent weniger als bei der Rekordernte im vergangenen Jahr.

Was sind die Gründe für die allgemeine Euphorie?

Die Besonderheit des neuen Weinjahrgangs bedingt sich durch den idealen Verlauf der Vegetation der letzten 12 Monate. Der vergangene Winter in Südafrika war bereits der dritte ideale Winter in Folge. Ideal bedeutet für die Südafrikaner, dass es ausreichend geregnet hat, um die Dämme und die Wasserspeicherkapazitäten der Böden vollends zu füllen. Darüber hinaus hatte eine ungewöhnlich kalte Phase im Juni die Reben in eine tiefe Knospenruhe versetzt. Im August war es in der Kapregion wärmer als in einem Normaljahr und der Austrieb hatte gleichmäßig und sanft begonnen. Der Sommer war warm, nachts herrschte oftmals eine ungewöhnliche Kälte.

Gary Jordan von Jordan Wines berichtet: „Es gab Sommernächte, da hatten wir nur noch 6 °C. Auch wenn wir beim Grillen gefroren haben – für ein moderates Wachstum der Reben und die Traubenreife war die nächtliche Abkühlung förderlich.“ Kurzum: Das Aroma der Trauben wurde nicht veratmet und die Säure- und Zuckerwerte entwickeln sich in der letzten Reifephase in einem harmonischen Gleichgewicht. Die Mengenreduktion bedingt sich durch den Wasserstress, der wiederum zu kleineren Beeren und leichteren Traubengewichten geführt hat.

Für eine Reihe der erfahrenen Kellermeister wird es der beste Weinjahrgang in ihrer langjährigen Karriere sein. Stellvertretend für viele seiner Branchenkollegen resümiert Pieter Ferreira, Kellermeister von Graham Beck: „Wir hatten eine Ernte, die als spektakulär zu bezeichnen ist. Das Aussehen, die Beerengröße und der Geschmack der Trauben kann als erhaben bezeichnet werden." Dirk Human von Black Oystercatcher sagt: „Unsere Erträge waren gegenüber den mittleren Werten um rund 10 Prozent reduziert. Dennoch, die Trauben waren sehr gesund und der Geschmack sehr intensiv.“ 

*Die VinPro ist eine Serviceorganisation für rund 3.600 südafrikanische Winzer und Kellereien. Die Organisation unterstützt ihre Mitglieder im Umgang mit den Behörden, hilft bei Fragen im Rahmen gewerblicher Nachhaltigkeit und bei strategischen Ausrichtungen.

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