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AUSTRALIEN (Perth) - Der Premium-Erzeuger Cape Mentelle möchte benachbarten Erzeugern, die den Terroir-Namen "Wallcliffe", eine Subregion des Margaret River im Südwesten Australiens angeblich unberechtigt nutzen, verbieten lassen. Cape Mentelle zählt zu den fünf Gründerweingütern am Margaret River und gehört zur Luxusgruppe LVHM des Milliardärs Bernard Arnault. Anwälte der Gruppe versuchen aktuell dem Erzeuger Flametree Wines die Nutzung der Bezeichnung Wallcliffe zu untersagen.

 

Die Vertreter einiger Estates der australischen Weinregion Margaret River haben sich daraufhin zu einer Sitzung getroffen, um gemeinsam über rechtliche Schritte gegen Cape Mentelle zu beraten. Nach der Definition einer Lagenkarte aus 1999 von Dr. John Gladstone, einer Kapazität in der Weinszene und international anerkannte Autorität auf dem Gebiet Klima und Weinbau sowie maßgeblich an der Gründung des Weinbaugebietes Margaret River im Westen Australiens beteiligt, nutzen mehrere Erzeuger mit Rebflächen in dieser Subregion die Bezeichnung Wallcliffe.

"Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Weine aus Trauben der regionalen Subregion Wallcliffe auch diese Bezeichnung tragen dürfen", sagt Cliff Royle, General Manager bei Flametree Wines. "Cape Mentelle argumentiert nun, dass wir ihr geistiges Eigentum verletzen würden und glaubt, dass Wallcliffe eine Marke sei. Wallcliffe ist dagegen ein geographischer Ort und eine Bezeichnung hierfür, die seit dem 18. Jahrhundert benutzt wird."

"Es ist allen Beteiligten klar, dass eine klare Definition der Grenzen für die Subregion Wallcliffe benötigt wird, die bislang unterblieben ist", sagt Rob Mann, General Manager bei Cape Mentelle. "Bisher brauchten wir keine vereinbarten Grenzen, Bezeichnungen oder eingetragene unterschiedliche geografische Teilregionen im Margaret River. Und jeder formaler Bezug auf eine Teilregion ist weder amtlich anerkannt noch wurde er bisher geprüft."

Allerdings hat Cape Mentelle in weiser Voraussicht bereits in 1999 die Namen "Wallcliffe Winery", "Wallcliffe Vineyard" und "Wallcliffe Estate" vorsorglich schützen lassen. "Wir haben nun festgestellt, dass zunehmend Weingüter aus dem Margaret River die Bezeichnung Wallcliffe sehr prominent auf ihren Etiketten führen", sagt Rob Mann. "Und das ist ein Verstoß gegen unsere bekannten Marken und Markenzeichen, die wir seit 1999 führen."

Dem Disput stehen nun zwei Lager gegenüber - Erzeuger, die darauf plädieren, dass eine geographische Bezeichnung nicht einem Einzelnen gehören kann und der Markeninhaber, der sich auf seine geschützten Bezeichnungen bezieht. Es scheint, als ob dies ein Präzedenzfall wird - wir bleiben dran und werden berichten.

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