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AUSTRALIEN & NEUSEELAND

Neuseelands Weinindustrie steigert Exporte auf 24 Prozent
Stuart Smith (Foto rechts) rät seinen Kollegen und den Kellereien die Erntemengen zu reduzieren und sich weit mehr auf Premium Weine zu konzentrieren
Stuart Smith (on the right) advises his colleagues and cellars to reduce their harvest amounts and to increasingly focus on premium wines

NEUSEELAND (Wellington) - Nach Angaben der Weinindustrie Neuseelands habe man im Zeitraum Juni 2008 bis Juni 2009 ein explosives Wachstum der Weinausfuhren von 24 Prozent erreicht. Zudem hätte man die Inlandsverkäufe um 29 Prozent auf 60 Millionen Liter steigern können. Und im Jahresbericht ist weiter zu lesen, dass die Ausfuhren in den letzten 10 Jahren verzehnfacht werden konnten. Auch die Umsätze seien in dieser Dekade im Wert von 194 Millionen New Zealand Dollar (ca. 92 Millionen Euro) auf die Rekordmarke von 992 Millionen New Zealand Dollar (ca. 471 Millionen Euro) gestiegen.

 

Trotz dieser stolzen Zahlen sieht der Winzer und Präsident der Winzervereinigung Neuseeland (New Zealands Grape Growers Council), Stuart Smith, "unverwechselbare Alarmzeichen" für die Weinbranche. "Die enorme Erhöhung der Lieferungen im letzten Jahr strapaziert den Wettbewerb und schraubt die Preise nach unten", sagt Smith und erklärt weiter: "Die Situation wird noch verschlimmert durch die weltweite Wirtschaftskrise. Viele unserer Winzer haben nun harte Jahre vor sich, denn geringere Gewinne werden vorerst die Realität für unser Weinbranche sein".

Smith sieht einen kausalen Zusammenhang in der schnell wachsenden Produktion, der damit verbundenen Überschwemmung des Marktes und des damit zusammenhängenden Preisverfalls. "Das ist keine gute Entwicklung", kritisiert Suart Smith die aktuelle Situation. "Unsere Ausfuhr von Bulk-Weinen machten bis zum Jahr 2008 nur 5 Prozent der Gesamtausfuhr aus. Jetzt, innerhalb eines Jahres, haben wir diesen Wert vervierfacht auf 20 Prozent. Wir gefährden mit den Massenlieferungen den Ruf Neuseelands als Weinnation für Qualität, insbesondere schädigen wir damit unsere Premium Weine".

Smith warnt seine Kollegen und die Kellereien die Erntemengen zu reduzieren und sich weit mehr auf Premium Weine zu konzentrieren. "Wir müssen uns disziplinieren", sagt Smith. "In 2009 haben wir 285.000 Tonnen geerntet. Das sind zwar 0,5 Tonnen pro Hektar weniger als noch im Erntejahr 2008, aber es sind immer noch 9,2 Tonen pro Hektar. Dies ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, genügt aber keineswegs".

Auf Neuseelands Weinerzeugung fallen 62,3 Prozent der Sorte Sauvignon Blanc, gefolgt von 12 Prozent Chardonnay und 9,6 Prozent Pinot Noir. Die restlichen 16,1 Prozent teilen sich Sorten wie u.a. Pinot Gris, Merlot, Cabernet Sauvignon und Muskateller. Größter Abnehmer der Weine Neuseelands sind die Australier, die rund ein Drittel importieren, gefolgt von Großbritannien und den USA.

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