Amnesty besorgt über Situation der Aborigines in Australien

Dienstag, 10. August 2010 | 06:54 Uhr | AFP-RED.YOOPRESS | POLITIK
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Organisation fordert Ende der "rassendiskriminierenden Politik" (Foto: Stephen Michael Barnett)

AUSTRALIEN (Sydney) - Die Organisation für Menschenrechte Amnesty International hat den staatlichen Umgang mit den Ureinwohnern in Australien kritisiert. Die Organisation sei "ernsthaft besorgt" über die Folgen "rassendiskriminierender politischer Maßnahmen" der Regierung, erklärte die australische Amnesty-Sektion am Montag in einem Bericht an ein UN-Komitee in Genf zur Beobachtung von Rassendiskriminierung. Amnesty bezog sich dabei auf Maßnahmen, die 2007 noch unter den Konservativen eingeführt wurden. Dazu gehörten etwa Kürzungen von Sozialleistungen bei bestimmten Verstößen der Ureinwohner und ein Verkaufsverbot für Alkohol und Pornografie in mehr als 70 Gemeinden der Aborigines.

Amnesty forderte ein Ende dieser Politik und warf Australien vor, seine internationalen Verpflichtungen zu verletzen. Generell habe die derzeitige Labor-Regierung bereits Fortschritte erzielt, noch immer seien die Rechte der Ureinwohner jedoch nicht vollständig wieder hergestellt. "Es gibt tausende indigener Australier, die keine Gleichberechtigung genießen", erklärte die Organisation. Australische Ureinwohner sehen sich im Alltag häufig Benachteiligungen ausgesetzt, sie haben insgesamt etwa eine höhere Arbeitslosenquote und eine höhere Kindersterblichkeit.

Erst in der jüngsten Vergangenheit rückte die Lage der Ureinwohner in Australien verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. In einem unvergessenen Schritt entschuldigte sich im Februar 2008 der damalige australische Premierminister Kevin Rudd bei den Ureinwohnern für das Unrecht, das ihnen während zwei Jahrhunderten weißer Siedlerherrschaft angetan wurde. (afp-red.yoopress)

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