"Stuttgart 21" bleibt auch auf Bundesebene umstritten

Mittwoch, 10. November 2010 | 13:53 Uhr | RED.YOOPRESS | POLITIK
Quelle: AFP
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„Tunnelgebirge“ im Vorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs - Verkehrsausschuss des Bundestages befasst sich mit Bahnprojekt (Foto: Verkehrsclub Deutschland)

DEUTSCHLAND (Berlin) - Das milliardenschwere Bahnprojekt "Stuttgart 21" bleibt auch auf Bundesebene heftig umstritten. Dies wurde in einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses des Bundestages am Mittwoch in Berlin deutlich. Während die Bundesregierung und Abgeordnete der Regierungsfraktionen das Projekt verteidigten, wurde es von der Opposition in Frage gestellt. Verschiedene Sachverständige legten Pro und Contra im Streit um den geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm dar.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), hob hervor, dass der Bund für die Neubaustrecke verantwortlich sei. "Die Strecke ist wirtschaftlich", sagte er mit Blick auf die Kostendiskussion. Risiken seien bereits eingeplant. Der SPD-Abgeordnete Uwe Beckmeyer forderte mehr Transparenz bei den Kostenplanungen. Wenn die Kosten aus dem Ruder liefen, gefährde dies bei den knappen Kassen des Bundes die Realisierung anderer Projekte.

Grüne und Linke wandten sich gegen das Bahnprojekt. Dieses fresse Milliarden, die in keinem Verhältnis zu den Nutzen stünden, sagte der Grünen-Abgeordnete Anton Hofreiter. Die Linken-Abgeordnete Sabine Leidig forderte einen Ausstieg.

Bahn-Vorstandsmitglied Volker Kefer verteidigte das Projekt in der öffentlichen Anhörung. Die Leistungsfähigkeit der Bahn werde erhöht, sagte Kefer. Es werde ein zukunftsfähiger neuer Hauptbahnhof geschaffen. Die Pläne dürften nicht gestoppt und nicht verzögert werden. Der Sprecher des Projekts, Udo Andriof, verwies auf die vorliegenden Beschlüsse. Das Projekt sei genehmigt und habe über Jahrzehnte parlamentarische Mehrheiten gefunden.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen "Stuttgart 21", Hannes Rockenbauch, forderte dagegen einen Stopp des "desaströsen" Projekts. Es werde jedes Jahr teurer und stamme aus dem vergangenen Jahrhundert. (red.yoopress)

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