Wald und Wein als Geldanlage

Montag, 15. August 2011 | 07:23 Uhr | RED.YOOPRESS | RATGEBER
Quelle: AFP
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Es gibt zahlreiche Investitionsmöglichkeiten jenseits des Goldes, z.B.: Wein (Foto: Romanée-Conti)

DEUTSCHLAND (Frankfurt a. Main) - Die Börsen taumeln rauf und runter, Sparzinsen sind weiter mickrig, Gold ist so teuer wie nie. Die Suche nach alternativen Investitionsmöglichkeiten hat auf breiter Ebene begonnen. Gerade bei Sachanlagen ist die Auswahl groß. Allerdings sind diese meist nur für ein langfristiges Investment geeignet - und ohne Expertenrat kaum empfehlenswert.

SCHMUCK: Wem es dabei um die reine Anlage in das Material - etwa in Gold - geht, der sollte lieber gezielt darin investieren, "denn wer Schmuck kauft, muss ja auch die Verarbeitung bezahlen", sagt Markus Oberg von der Vermögensberatung Eck & Oberg. Die Kreation kann den Wert eines Schmuckstücks allerdings auch steigern, vor allem wenn das Stück von einem berühmten Macher kommt. Wer in Schmuck investieren will, sollte sich aber unbedingt einen Experten an die Seite stellen, der den Wert des Stücks einschätzen kann.

MÜNZEN: Hier gilt ähnliches wie beim Schmuck: Wenn es nur ums Material geht, sollte der Anleger darin investieren und nicht den "Umweg" über die Münze nehmen. "Allerdings haben Münzen auch einen Sammlerwert", sagt Heiko Löschen von der Vermögensberatung Packenius, Mademann & Partner. Schon mit mehreren hundert Euro ließe sich ein Engagement in Münzen starten. Und gelegentlich sei diese Sachanlage auch schnell wieder zu Geld zu machen. Allerdings müsse man in dem Bereich "genau schauen, mit wem man zusammenarbeitet", rät Löschen. Der Rat eines seriösen Münz-Experten ist außerdem dringend empfehlenswert.

WALD: Wald ist per se eine gute, wenn auch sehr langfristige Anlage. "Die Wertsteigerung bei Holz kommt zu zwei Dritteln durch das Wachstum des Holzes. Das heißt, der Besitzer kann positive Rendite machen, obwohl der Holzpreis am Markt leicht fällt", rechnet Oberg vor. Allerdings ist ein eigener Wald nur etwas für sehr vermögende Investoren. Weniger betuchte Anleger können aber in kleineren Summen in Waldfonds investieren. "Sie müssen sich aber genau erklären lassen, was mit dem Geld passiert", rät Oberg - also ob das Geld nur in Wald-Zertifikate fließt oder ob der Investor tatsächlich eine Art Mitbesitzer wird.

KUNSTWERKE: Für Kleinanleger kommt ein Investment in Kunst eher nicht in Frage: Will ein Anleger ein altes, bekanntes Werk erstehen, müsse er "erst einmal richtig Geld auf den Tisch legen", gibt Oberg zu bedenken. Werke zeitgenössischer, unbekannter Künstler sind günstiger und die Rendite beim Verkauf ordentlich, aber nur wenn der Künstler bekannt und beliebt wird. Geschieht dies nicht, hat sich auch das Investment nicht gelohnt.

OLDTIMER: Bei Oldtimern braucht es Sachverstand. Manchmal kommt es nur auf Details an, ob der Wagen einige hunderttausend Euro mehr oder weniger wert ist: War einer der Vorbesitzer eine Berühmtheit? Hat der Wagen an traditionsreichen Rennen teilgenommen? Wie lautet die Fahrgestellnummer? Doch auch ein Oldtimer ohne bewegende Geschichte braucht Pflege, damit er in Schuss bleibt. Das kostet Geld. Behandelt ihn sein Besitzer aber gut, so ist er eine relativ wertstabile Anlage.

ANTIQUITÄTEN: Um in Antiquitäten zu investieren "braucht der Käufer einen wirklichen Kenner der Materie", sagt Löschen. Zwischen hochwertigem Möbelstück und wertlosem Ramsch vermag der Laie oft nur schwer zu unterscheiden. So ganz schnell lässt sich eine Antiquität oft nicht wieder veräußern. Auch sie gilt deshalb eher als langfristige Anlage.

WEIN: Bei sehr teuren Weinen, die als Geldanlage taugen, gilt der Markt als stark reguliert. "Die Frage ist schon, wie kommt man an den Wein", sagt Oberg. Auch müssen die Flaschen zwingend fach- und sachgerecht gelagert werden, sonst ist das teure Investment schnell nichts mehr wert. Ist das gewährleistet, könne der Anleger im Weinkeller "wunderbar Geld parken", findet Löschen. Und sollte der Wein außer Mode kommen und an Wert verlieren - so sind sich die Experten einig - trinkt der Besitzer ihn eben selbst. (red.yoopress)

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