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WEINNOTIZEN & TRENDS

Im Rückblick - Weinherbst 2015: Napa Valley mit kleinen Renditen
Ein Kälteeinbruch während des Fruchtansatzes und fortan anhaltende Dürre führten zu geringeren Erträgen mit sehr unterschiedlicher Qualität. (© Corra Wines)

USA (Kalifornien) - Wie in den alten Weinländern führten die Witterungsverhältnisse des letzten Jahres auch in Kalifornien zu einer der frühesten Ernten, soweit die Aufzeichnungen zurückführen. Schlechtes Wetter während des Fruchtansatzes und eine anhaltende Dürreperiode ließ durchweg nur Traubenbüschel mit sehr kleinen Beeren entstehen. Ein Teil der Winzer berichtet von besonderen Qualitäten und sich sehr gut entwickelnden Weinen, andere Winzer sprechen von sehr variablen Qualitäten. Die Renditen und Qualitäten unterschieden sich deutlich von Weinberg zu Weinberg. Ein Teil der Sorten Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot, Syrah und Zinfandel bot durchweg gute und reife Trauben. Schon Anfang August brachte man die Trauben des Cabernet Sauvignon in die Keller - letztlich endete die Ernte Anfang Oktober.

 

Die gute Nachricht: Die Ernte verlief ohne Probleme. Das, was vielerorts reifte, waren gesunde Trauben ohne Befall. Aus dem gut selektierten Traubengut sollen sehr gute bis herausragende Weine mit hervorragender Frucht entstehen, ist zu hören - allerdings nicht auf dem Niveau von 2013 und 2014. Die schlechte Nachricht: Das Jahr 2015 war von Dürre gekennzeichnet mit einer sehr kleinen Ernte. Teilweise zeigten Trauben eine Unreife und zu viel Zucker überlagert die Frucht bei den werdenden Weinen.

Nach drei Jahren mit reichhaltigen Ernten waren die Reben im Napa Valley durch Wasserknappheit sichtlich gezeichnet. "Man sah den Reben und Trauben schon von Weitem ihre Müdigkeit und ihren Stress an. Aber das war uns seit April schon bekannt, da rechneten wir erstmals mit einer sehr kleinen Ernte", berichtet Celia Welch von Corra Wines. Aber der Mangel an Wasser war nicht der einzige Faktor. Das kalte Wetter während des Fruchtansatzes führte zu kleinen, unförmigen Trauben. Die Renditen fielen zwischen 50 bis 90 Prozent weniger aus als in einem normalen Jahr. "Nach mehr als 30 Jahren meines Wirkens im Napa Valley habe ich noch keine zwei vergleichbare Jahre erlebt wie in 2015", berichtet Elias Fernandez von Shafer Vineyards. "Wir begannen unsere Kommissionierung nur wenige Tage früher als in 2014, aber durch zeitweilige Wärmespitzen wurde daraus eine zeitlich kompakte Ernte, auch weil in verschiedenen Lagen die Reife der Trauben fast gleichzeitig ihren Höhepunkt erreichte."

Durch die meist deutlich geringeren Renditen hatten die Winzer keine Platzprobleme in ihren Kellern. Viele Tanks und Fässer blieben sogar leer. "Die Beeren, die wir ernten konnten, zeigten dunkle Farben und intensiven Geschmack. Unsere werdenden Weine, vor allem der Cabernet Sauvignon, ist von guter Qualität und hat das Potenzial für einen großen, strukturierten und extraktreichen Wein", sagt Fernandez. "Die Hitze hat uns alle herausgefordert", berichtet Craig Williams, Berater einer ganzen Reihe von Weingütern im Napa Valley. "Der Zuckerspiegel, früh gebildet durch die Hitzewellen, überlagerte bei manchen Sorten die Entwicklung der Tannine und Frucht, doch was ich jetzt aus einigen Tanks schmecke, ist sehr gut. Ich fasse das Weinjahr 2015 vom heutigen Stand mal so zusammen: Früh, klein aber was geerntet wurde, war sehr gut. Wir werden dann sehen, welche Qualitäten die Winzer aus ihren müden Trauben in die Flasche bringen können"

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