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WEINNOTIZEN & TRENDS

Vor ihm zittert Wein-Franken! Norbert Neugirg und die Fastnacht in Veitshöchheim
Norbert Neugirg (Mitte mit Trompete) hat seit Erfindung der Altneihauser im Jahre 1985 die Rolle des Kommandanten inne. Er ist freiberuflich und als einziger hauptamtlich unter anderem damit beschäftigt, den Haufen zusammenzuhalten. Der närrische Kritiker wird von Frankens Winzerschaft wohlwollend ernst genommen. (© Altneihauser Feierwehrkapell’n)

DEUTSCHLAND (Veitshöchheim) – Die Messer werden schon gewetzt. Zwar steigt die Kultsendung des Bayerischen Fernsehens, die bundesweit hohe Einschaltquoten hat, erst am 17. Februar 2017. Aber für die „Fastnacht in Franken“, die in Veitshöchheim über die Bühne geht, tüftelt einer der Stars bereits jetzt an seinen Bosheiten, die sich über den Frankenwein ergießen werden.

 

Der Mann ist Norbert Neugirg, Kommandant der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ aus dem oberpfälzischen Windischeschenbach. Er hat sich in den letzten Wochen schon etwas warm gelaufen und auf seiner Homepage (altneihauser.de) einige bissige Verse losgelassen. Etwa den: „An den Gästen sieht man gleich / die Kreuzfahrt war sehr nährstoffreich. / Und es gab keinen Frankenwein / wo könnt’s auf Erden schöner sein.“ Oder: „Drei Jahre wird das Fastnachtstreiben / vertraglich beim BR verbleiben. / Was die Franken fröhlich stimmt, / weil sonst kein Sender Franken nimmt. / Doch drei Jahre können bei dem Wein / auch durchaus eine Strafe sein.“

Damit setzt er fort, was im Februar 2016 selbst bei Liebhabern von Silvaner und Co. schon zu Lachmuskelkrämpfen führte. Zwei Kostproben: „Der Bocksbeutel für Frankenwein / bekommt ein neues Glasdesign, / verbessert und spektral erweitert, / am Inhalt ist man ja gescheitert.“ „Frankenwein trink nie allein / lass einen Notarzt bei dir sein. / Und so wie dieser Wein im Magen gärt / wär auch ein Priester nicht verkehrt.“

Die Maske des Herrn Kommandant verleiht ihm ein martialisches Aussehen mit nur mehr einem Schneidezahn im Mund. Aber er bleibt ungebrochen bissig und verweigert sich auch keinem Interview mit einem Weinjournalisten. Die Antworten deuten an, dass sich die Frankenwinzer für Veitshöchheim warm anziehen müssen…

Hat man Euch nach dem Auftritt 2016 von Seiten des Fränkischen Weinbauverbandes eine Einreisesperre angedroht oder gab es Drohbriefe in die Oberpfalz?

Statt Drohbrief kamen ein Dankesbrief und 18 Flaschen Wein von unterschiedlichen Weingütern. Ich zitiere aus der beigefügten Karte: „Ein herzliches Dankeschön für die Werbung vor einem Millionenpublikum.“ Statt Einreiseverbot kam eine Einladung an den Kommandanten zur Wahl der Fränkischen Weinkönigin, an der ich bereits im Jahr vorher als Stimmberechtigter teilgenommen hatte. Meine Frage an die Kandidatinnen lautete: „Um wieviel Jahre hätte sich die deutsche Wiedervereinigung verzögert, wenn statt Begrüßungsgeld Frankenwein abgegeben worden wäre?“

Befürchtet Ihr für den nächsten Auftritt Demonstrationen der fränkischen Winzer?

Nein, eher, dass der Oti Schmelzer, Mitwirkender in der Sendung und selbst fränkischer Winzer, beauftragt wird, mit seinem 2016er „Rotlauf“ die Wurstsemmeln in unserer Garderobe zu tränken. Böse Zungen sagen, diesen Wein gäbe es auch in der Schweiz in Instituten für die Sterbehilfe.

Habt Ihr Euch inzwischen an den neuen Bocksbeutel gewöhnt? Ist der Inhalt besser geworden?

Noch keinen Tropfen daraus getrunken. Kommt ungeöffnet in den Altglascontainer. Das hat den Vorteil, dass sich da im Sommer keine Wespen mehr halten.

Wie oft trinkt der Herr Kommandant überhaupt Frankenwein?

Normalerweise nie! Das letzte Mal wurde mir bei einer Blindverkostung arglistig einer untergeschoben. Ich tippte auf Scheibenfrostschutz.

Was kann man mit Frankenwein – außer trinken – noch machen?

Obwohl geschmacklich nahe dran, zum Möbelabbeizen ungeeignet. Aber im Garten eingegrabene Eimerchen mit Frankenwein sind ideal als Schneckenfalle. 

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