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WEINNOTIZEN & TRENDS

Kardinalfragen zu Wein und Gesundheit – Wein und Hautrötungen
Beim Weingenuß können Hautrötungen entstehen. Sollte sich dies wiederholen oder verstärkt auftreten, wäre ein Gespräch darüber mit den Hausarzt zu empfehlen. (© Fotolia/contrastwerkstatt)

DEUTSCHLAND (Würzburg) – Wir sprachen bisher über Wein und Diabetes sowie über Alkohol und ADN, nun widmen wir uns dem Thema Wein und Hautrötingen. Die Frage dazu: "Wenn ich Wein trinke, errötet oftmals mein Hals oder Gesicht. Woran liegt das?"

 

Eine Gesichtsröte hat meist den Hintergrundeiner "Alkohol-Flush-Reaktion", das betrifft Menschen, die meist nicht genug von den Enzymen haben, die Alkohol im Körper verstoffwechseln. Ist das der Fall, dann handelt es sich um eine übermäßige Ansammlung von Acetaldehyd, einem Bestandteil von Alkohol, der die Haut erröten lässt, sogar Juckreiz auslösen und auch Kopfschmerz und Benommenheit verursachen kann.

Medikamente, die bei Sodbrennen helfen, können auch die "Alkohol-Flush-Reaktion" lindern oder verhindern. Bitte Obacht – bevor Sie Medikamente in Verbindung mit Alkohol einnehmen, befragen Sie unbedingt Ihren Arzt.

Anders verhält es sich, wenn Sie an einer Rosacea (gestörte Gefäßversorgung der Gesichtshaut) leiden. Diese Hautrötungen, meist im Bereich des Gesichts, entlang des Halses oder flächig am Brustansatz, können sich bei Alkoholgenuss verschlimmern. Abgesehen von einer Rötung, ist eine vorübergehende auffällige Erweiterung der Gefäße normalerweise harmlos. Konsultieren Sie in jedem Fall ihren Hausarzt oder Dermatologen, um die wahrscheinliche Ursache zu ergründen. 

Sulfite, die bei der Weinherstellung Verwendung finden, sind eine weitere Ursache für Rötungen des Gesichts oder des Halses, obwohl ihre Wirkung meist überschätzt wird. Sulfite sind in vielen Lebensmitteln, darunter auch in Wein, auf natürliche Art enthalten. Bei der Weinbereitung werden dem Wein zusätzlich Sulfite zum Schutz gegen Oxidation und bakteriellen Verderb zugegeben. Bei Menschen, die allergisch auf Sulfite reagieren, können Hautreizungen und Kopfschmerzen auftreten.

Schon in der Antike wurde Schwefeldioxid (SO2) eingesetzt, um Wein haltbarer zu machen, ihn zu schützen und möglichst lange zu konservieren. Im Jahr 2005 wurde mit der EU-Kennzeichnungsrichtlinie für Lebensmittel ein Gesetz erlassen, das die Angabe möglicher allergieauslösender Zutaten in Speisen und Getränken regelte. Seitdem müssen alle Weine, die mehr als 10 mg/l Schwefeldioxid enthalten, den Hinweis „Enthält Sulfite“ oder „Enthält Schwefeldioxid“ auf dem Etikett tragen.

In der Regel betrifft dies alle konventionell erzeugten Weine, egal, ob diese aus dem Inland oder Ausland stammen. Einige organisch bzw. biodynamisch erzeugte Weine weisen niedrigere Sulfitwerte auf – ein Blick auf das Etikett lohnt sich auf jeden Fall.


FAZIT: Wie bei vielen Lebens- und Genussmitteln sind auch beim Weingenuss positive und negative Wirkungen möglich – es nützt also nichts, wenn Alkohol womöglich das "gute" HDL-Cholesterin erhöht, dabei aber die Leber oder der Magen leidet. Es ist dennoch festzustellen, dass es eine Reihe von "Indizien" dafür gibt, dem Wein positive Einflüsse auf die Gesundheit zu bescheinigen. Letztlich bleibt es jedem von uns überlassen, wie er oder sie mit dem Alkoholkonsum umgeht. Mein Tipp: Wein ist ein stilvolles Genussmittel, gehen Sie also auch stilvoll damit um. Und achten Sie auf Ihren wahren "Freund", den Körper, er ist alles, was Sie haben.

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