Der Prinz war bereits am Dienstag schuldig gesprochen worden, "seine Machtposition missbraucht" und seinen Diener Bandar Abdullah Abdulasis im Februar in einem Londoner Hotel zunächst schwer misshandelt und anschließend erwürgt zu haben. Richter David Bean sagte am Mittwoch, es sei "sehr ungewöhnlich" für einen Prinzen, wegen Mordes vor Gericht zu stehen. Aber "niemand in diesem Land steht über dem Gesetz". "Ich beginge einen Fehler, wenn ich ein strengeres oder ein milderes Urteil fällte, weil Sie zur saudiarabischen Königsfamilie gehören", fügte Bean hinzu.
Der Tote war Mitte Februar mit schweren Verletzungen wie Bisswunden und ausgeschlagenen Zähnen in einem blutverschmierten Bett der Hotelsuite gefunden worden, die er mit dem Prinzen geteilt hatte. Die beiden Männer wohnten nach Darlegung der Staatsanwaltschaft damals seit fast einem Monat im Landmark Hotel, in dem Bandar immer wieder misshandelt wurde. Das Gericht stufte die Überfälle als "sadistisch" und "sexuell konnotiert" ein.
Saud bekannte sich zwar der Tötung für schuldig, nicht aber des Mordes und der schweren Körperverletzung. Er bestritt zudem, homosexuell zu sein. Vor Gericht gab Saud an, er habe mit Abdulasis bis in die frühen Morgenstunden des 15. Februar Champagner und Cocktails an der Hotelbar getrunken, danach seien die beiden aufs Zimmer gegangen. Er sei erst am Nachmittag aufgewacht und habe dann "schockiert und traurig" gemerkt, dass sein Diener tot gewesen sei.
Die Anklage hatte in dem Prozess erklärt, der Prinz habe seinen Angestellten wiederholt schwer misshandelt. Es gebe zwei Aufnahmen von Überwachungskameras aus dem Londoner Hotel, die dies bewiesen. Zeugen sagten zudem, der 32-Jährige sei "wie ein Sklave" behandelt worden. (red.yoopress)




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