Leichen in Massengrab als Touristengruppe identifiziert - Drogenboss von Soldaten erschossen

Dienstag, 09. November 2010 | 08:32 Uhr | RED.YOOPRESS | KRIMINELLES
Quelle: AFP
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In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden

MEXIKO (Mexiko-Stadt) - Der mexikanischen Regierung ist erneut ein schwerer Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Einer der Anführer des mächtigen Golf-Kartells, Ezequiel Cárdenas Guillén alias "Tony Tormenta", wurde nach Angaben der Behörden am Freitag (Ortszeit) bei einem Feuergefecht mit Soldaten getötet. Bei den in Südmexiko in einem Massengrab gefundenen Leichen handelt es sich um mexikanische Touristen.

Der Drogenboss wurde nach Angaben der Sicherheitsbehörden bei einem Schusswechsel im Nordosten des Landes getötet. Bei dem Feuergefecht in Matamoros nahe der Grenze zum US-Bundesstaat Texas seien zudem drei weitere Mitglieder des Drogenkartells und zwei Soldaten getötet worden. Nach Angaben der örtlichen Zeitung "El Expreso" wurde auch ein Journalist erschossen, der für die Zeitung von der Schießerei im Zentrum der Stadt berichten wollte.

Auf Guillén hatte die mexikanische Regierung ein Kopfgeld in Höhe von 2,5 Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) ausgesetzt. Die US-Anti-Drogen-Behörde (DEA) hatte sogar fünf Millionen Dollar für Hinweise zur Festnahme des Drogenbosses angeboten. Der 48-Jährige übernahm im Golf-Kartell eine führende Rolle, nachdem sein Bruder Osiel im Jahr 2003 gefangengenommen und an die USA ausgeliefert worden war.

In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden. Im Norden des Landes kämpfen Rauschgiftkartelle um die Kontrolle über Schmuggelrouten für Drogen in die USA. Im Zuge ihrer Offensive gegen das organisierte Verbrechen entsandte die mexikanische Regierung 50.000 Soldaten an mehrere Brennpunkte des Landes. Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón im Dezember 2006 wurden im mexikanischen Drogenkrieg bereits mehr als 28.000 Menschen getötet.

Auch Journalisten geraten immer wieder ins Visier der Drogenkartelle. Seit dem Jahr 2000 wurden nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen 68 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes in Mexiko getötet, zwölf davon allein in diesem Jahr.

Nach dem Fund eines Massengrabes mit 18 Leichen in der Nähe des Badeortes Acapulco im Süden des Landes teilte die Polizei am Samstag mit, dass es sich bei den Toten um eine Gruppe mexikanischer Touristen handelte, die Ende September entführt worden war. Die Touristen waren aus der Stadt Morelia im benachbarten Bundesstaat Michoacán für einen Badeurlaub nach Acapulco gekommen. Michoacán gilt als Hochburg des mächtigen Drogenkartells La Familia. Auch Acapulco war in den vergangenen Monaten wiederholt Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen der Kämpfe zwischen den Drogengangs.

Eine bewaffnete Bande hatte die Touristengruppe am 30. September verschleppt. Die Leichen waren am Mittwoch in dem Massengrab entdeckt worden, nachdem zwei Männer in einem auf der Internet-Plattform Youtube veröffentlichten Video angaben, die Touristengruppe in einem gegen das Familia-Kartell gerichteten Racheakt getötet und verscharrt zu haben.

Nach Angaben des Generalstaatsanwaltes des Bundesstaates Guerrero, David Sotelo, wurden bereits am Dienstag die Leichen der beiden Männer aus dem Video in der Nähe des Massengrabes entdeckt. An einer der beiden Leichen sei ein Hinweis auf den genauen Ort des Massengrabes gefunden worden. Zwei Mitglieder der Reisegruppe werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch vermisst. (red.yoopress)

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