Enkelinnen als Kunstbetrüger - 16 Millionen für Meisterwerke kassiert

Donnerstag, 01. September 2011 | 08:02 Uhr | RED.YOOPRESS | KRIMINELLES
Quelle: AFP
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Fälschungen der Künstler Max Pechstein, Heinrich Campendonk, Max Ernst, André Derain, Kess van Dongen und Fernand Léger sind im Umlauf

DEUTSCHLAND (Köln) - Vor dem Landgericht Köln wird ab Donnerstag (09.15 Uhr) einer der größten Kunstfälschungs-Skandale der vergangenen Jahrzehnte aufgerollt. Angeklagt sind zwei Männer und zwei Frauen. Den Angeklagten wird nach Justizangaben vorgeworfen, seit 2001 Fälschungen von insgesamt 14 Gemälden der Künstler Max Pechstein, Heinrich Campendonk, Max Ernst, André Derain, Kess van Dongen und Fernand Léger in Umlauf gebracht zu haben. Wegen 33 weiterer mutmaßlich gefälschter Gemälde laufen Ermittlungen in einem gesonderten Verfahren. Die Angeklagten sollen vorgegeben haben, die Bilder stammten aus einer in Wahrheit nicht existierenden "Sammlung Werner Jägers" und sowie einer ebenfalls fingierten "Sammlung Wilhelm Knops".

Bei den Beschuldigten handelt es sich nach Gerichtsangaben um die Enkelin des 1992 in Köln verstorbenen Werner Jägers, die 53-jährige Helene B., ihre 54 Jahre alte Schwester Jeanette S. und ihren 60-jährigen Ehemann Wolfgang B. Ebenfalls beschuldigt ist der Enkel des 1957 verstorbenen Wilhelm Knops, der 67-jährige Otto S. Mit Ausnahme von Jeanette S. sitzen die im vergangenen Herbst festgenommenen Angeklagten in Untersuchungshaft.

Die später über renommierte Auktionshäuser und Galerien verkauften Fälschungen soll Wolfgang B. entweder selbst oder mit Hilfe bislang unbekannter Mittäter angefertigt haben. Die Einschleusung der Bilder in den Kunstmarkt besorgten laut Anklage die übrigen drei Angeklagten. Dabei soll es dem Quartett gelungen sein, Kunstexperten wiederholt hinters Licht zu führen - unter anderem, weil die mutmaßliche Bande laut Staatsanwaltschaft verschollene Werke fälschte, von denen keine Abbildungen vorhanden sind.

Für den spektakulären Fälscherprozess hat das Kölner Gericht 40 Verhandlungstage bis zum 7. März kommenden Jahres anberaumt. Geladen sind mehr als 160 Zeugen, außerdem will die Strafkammer zehn Gutachter befragen. (red.yoopress)

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