Ein noch relativ leicht durchschaubares Vergehen mochte dem jugendlichen Leichtsinn geschuldet gewesen sein - in die offizielle Statistik schafften es fünf 13- und 14-Jährige mit ihrer Tat aber dennoch: 2004 brachten es die Jungen in Baden-Württemberg zu zweifelhaftem Ruhm, weil sie ihr Pausenfrühstück mit falschen Euro-Scheinen bezahlt hatten. Am elterlichen Farbdrucker hatten sie sich vorher im Geldmehren versucht.
Weit schwieriger kommen die Ermittler professionell agierenden Geldfälschern auf die Schliche. Im vergangenen Jahr tauchten in Deutschland 39.000 Blüten auf, wie die Bundesbank am Montag bekannt gab. Insgesamt zogen die nationalen Notenbanken laut Europäischer Zentralbank in dem Zeitraum 606.000 falsche Scheine aus dem Verkehr.
Die international beliebteste Fälscherware unter den Euro-Noten war 2011 der 20-Euro-Schein. In der Bundesrepublik tauchten vor allem 50-Euro-Scheine auf. Der Kriminellen Vorliebe für Zwanziger und Fünfziger dürfte vor allem pragmatische Gründe haben: Es sind viele Scheine dieses Nennwerts im Umlauf, und sie werden nicht so stark geprüft wie etwa 100-Euro-Noten.
Ohnehin mache eine zunehmende Spezialisierung der Hersteller "das Erkennen der Fälschungen immer schwieriger", teilt das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage mit. "Die Qualität der Euro-Fälschungen hat sich kontinuierlich verbessert." Organisierte Falschgeldhersteller seien mittlerweile imstande, auch Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Wasserzeichen und Mikroschrift "in verwechslungsfähiger Qualität" nachzumachen.
Noch habe aber jedes Imitat Schwachstellen gehabt: "Bisher wurde noch keine Fälschung registriert, bei der gleichermaßen alle Sicherheitsmerkmale verwechslungsfähig imitiert worden sind", erklärt das BKA. "Fälscher konzentrieren sich bei der Nachahmung meistens auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale", ergänzt eine Sprecherin der Bundesbank.
Für den Verbraucher heißt das: fühlen, kippen, sehen - an der Ladenkasse, im Restaurant, und auch sonst fast überall, wo Geldscheine von einem Besitzer zum anderen wandern. Erfühlen lassen sich leichte Erhebungen an einzelnen Stellen der Scheine. Durch ein Kippen der Banknote lassen sich je nach deren Nennwert Sicherheitsmerkmale wie Hologramme, Glanzstreifen oder Spezialfarben erkennen. Im Gegenlicht zu sehen ist das Wasserzeichen.
Mit ihren Sicherheitsmerkmalen entsprechen die Euro-Scheine damit dem Standard, der ab Ende der 90er Jahre bei D-Mark-Noten zum Einsatz kam. Eine Änderung des Fälschungsschutzes hat es laut Bundesbank seit Einführung der Euro-Noten nicht gegeben.
Gleichzeitig lag die Zahl der gefundenen Blüten bis zuletzt über der der letzten D-Mark-Jahre. Im Jahr 2000 tauchten laut Bundesbank knapp 21.000 falsche D-Mark-Scheine auf, im letzten D-Mark-Jahr 2001 waren es fast 30.000. 2011 lag die Zahl der gefundenen Euro-Fälschungen in Deutschland bei 39.000 Stück, 2010 sogar bei 60.000. Im bisherigen Rekordjahr seit Euro-Einführung, dem Jahr 2004, waren es sogar 81.000.
Der Euro sei bei Fälschern beliebter als die Mark, weil dessen Verbreitungsgebiet größer sei, erklärt die Bundesbank. "Grundsätzlich sind Banknoten, die in einem großen Währungsgebiet gültig sind, für die organisierte Kriminalität interessanter als Banknoten kleinerer Staaten", sagt die Sprecherin. Verbraucher sollten deshalb stets aufmerksam ihre Scheine prüfen - denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. (c.biehl - red.yoopress)




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