Die Bauarbeiten für den Temple Expiatori de la Sagrada Família (Sühnetempel der Heiligen Familie) begannen bereits 1882. Doch 1926 starb Gaudí - er wurde von einer Straßenbahn überfahren. Auch der spanische Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939 bremste die Arbeiten, Pläne und Modelle wurden bei einem Brand zerstört. Zudem finanziert sich der Bau ausschließlich aus Spendengeldern und dem Eintritt, derzeit zwölf Euro.
Seit rund 20 Jahren kommen die Bauarbeiten schneller voran. Die Olympischen Sommerspiele in Barcelona 1992 brachten der Stadt viele zusätzliche Touristen, inzwischen besuchen jährlich zweieinhalb Millionen Menschen die Sagrada Família. Die verantwortlichen Architekten schätzen, dass sie die Arbeiten 2026 abschließen können - das wäre genau 100 Jahre nach dem Tod Gaudís.
Es gibt aber noch viel zu tun: Direkt nach dem Papstbesuch soll mit dem Bau der Sakristei begonnen werden. Auch wird dann ein Saal gebaut, der als Fundament für den zentralen Glockenturm dienen soll. Dieser wird Jesus Christus gewidmet und soll fast 180 Meter in die Höhe ragen. Derzeit stehen bereits acht Glockentürme, die mit venezianischem Mosaik verziert sind, 18 Glockentürme sollen das Bauwerk künftig krönen. Gebaut werden muss auch noch die Hauptfassade der Sagrada Família, die "Fassade der Herrlichkeit".
Dieses Jahr fertiggestellt wurde das 60 Meter hohe Hauptschiff. Durch die Fenster strömt viel Licht in die Kirche, ein typisches Element der Architektur Gaudís. Spektakuläre Ornamente zieren das Monument, dessen Säulen im Innenraum wie Bäume der Kirchendecke zustreben und sich dort in Form von Ästen verzweigen.
Gebaut wird zwar nach den Plänen Gaudís, Kritiker fordern aber immer wieder einen Baustopp. Ihnen zufolge wird das Werk des Architekten verfälscht. Seit 2005 stehen Teile des Monuments auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Nach der Weihung der Sagrada Família durch Papst Benedikt XVI. kann in der Kirche auch das Abendmahl gefeiert werden. (red.yoopress)




Hits: 575
Als Email versenden
Lesezeichen setzen
