Der US-Spielzeughändler Toy'R'Us etwa eröffnet dieser Tage in den USA rund 600 so genannte "Pop-up shops", um die gestiegene Nachfrage vor Weihnachten auszunutzen. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Die Läden sollen nur bis Jahresende offen sein, oft sind sie auf leerstehenden Flächen in Einkaufszentren zu finden. Für den weltgrößten Spielzeughändler bringen die Kurzzeitläden Vorteile: Er kann das Weihnachtsgeschäft ausnutzen, ohne dabei langfristige Fixkosten anzuhäufen.
"Den Einkaufszentren geht es nicht gut", sagt die Einzelhandelsexpertin Jie Zhang von der University of Maryland. Aus der Not heraus würden Ladenflächen billiger - und kurzfristig - vermietet. "Ich würde mich nicht wundern, wenn dieses Phänomen in diesem Jahr noch zunimmt", sagt die Ökonomin. Die Umsatzzahlen in den Kurzzeitläden von Toys'R'Us hätten im vergangenen Jahr über jenen in den festen Geschäftslokalen gelegen.
Nach Angaben des US-Maklerverbands NAR stehen in diesem Jahr etwa 12,7 Prozent der Ladenflächen leer. Im kommenden Jahr soll der Anteil sogar noch leicht steigen. Die Verbraucherausgaben - traditionell das Rückgrat der konsumorienierten US-Wirtschaft - schwächeln. Hohe Arbeitslosigkeit sowie die Überschuldung vieler Haushalte schränken den Spielraum der Bürger fürs Geldausgeben erheblich ein.
Die Ladenkette Halloween Spirit vagabundiert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich durch leerstehende Shopping-Mall-Läden. "Mit jedem Jahr werden es mehr", sagt eine Sprecherin. Im laufenden Jahr hat die Kette, die Verkleidungen zum amerikanischen Gruselfest-Fest Halloween Ende Oktober verkauft, landesweit 870 Geschäfte eröffnet. Dauerhafte Läden unterhält das Unternehmen gar nicht mehr.
Der Erfolg der Kurzzeitläden lässt inzwischen auch solche Anbieter aufmerksam werden, die nicht-saisonbezogene Waren verkaufen. Die Supermarktkette Giant Food etwa eröffnete kürzlich für einige Tage einen 500 Quadratmeter großen Markt im Bundesstaat Delaware, um die gestiegene Nachfrage wegen eines großen Autorennens dort zu bedienen. In Großstädten wie New York und San Francisco wiederum ist schon der neueste Trend zu besichtigen: Kurzzeit-Restaurants, die für begrenzte Zeit an billigen Standorten öffnen und so erst einmal die Marktlage erkunden können. (red.yoopress)




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