Bisher hatte es in den ländlichen Gebieten keiner aufwändigen Netzinfrastruktur bedurft, um die Stromversorgung stabil zu halten. Seitdem aber gerade auf dem Land immer mehr Windkraft- und Photovoltaikanlagen hinzukommen, sind auch die Anforderungen an das Stromnetz gestiegen. Aktuell speisen laut RWE im Raum Trier mehr als 5500 große und kleine Anlagen Strom in die Verteilnetze - Tendenz steigend. Vor fünf Jahren seien es erst 800 Anlagen gewesen. Die Strommenge, die aus erneuerbaren Quellen fließt, variiere jedoch sehr stark, was die Versorgungsstabilität gefährden könnte.
Mit intelligenten Netzen seien nun "mehr Strom aus erneuerbaren Energien und Netzstabilität keine Gegensätze mehr", erklärte der RWE-Technikvorstand, Joachim Schneider. Der Leiter des Referats Energieforschung im Bundeswirtschaftsministerium, Knut Kübler, erklärte, was in der Eifel getestet werde, könne sich zum Prototypen für einen deutschlandweiten Umbau des Stromverteilnetzes entwickeln.
Konkret besteht das Bitburger Modellprojekt aus vier Einheiten: Spannungsregler vor und hinter den Ortsnetzstationen oder direkt beim Verbraucher sollen laut RWE vor Schwankungen in der Versorgungsspannung schützen. Als "virtueller Stromspeicher" etwa für wind- oder sonnenarme Tage diene die Biogasanlage eines Eifeler Landwirts. Zahlreiche Messpunkte am Netz und an Anlagen prüften ständig Spannung und Strom. Schließlich sollen spezielle leistungsstarke Stromkabel für eine reibungsfreie Durchleitung des Stroms sorgen.
Die Bundesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in den kommenden Jahren deutlich steigen. Er soll bis 2020 bei mindestens 35 Prozent liegen, bis 2050 soll er 50 Prozent erreicht haben. (red.yoopress)




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