DEUTSCHLAND (Berlin) - Die "Berliner Zeitung" kommentiert die Rolle der Frauen in den arabischen Demokratie-Bewegungen:
"Die Revolutionärinnen von Kairo sind empört, dass keine einzige Frau in die Verfassungskommission berufen wurde und im neuen Kabinett weniger Frauen vertreten sind als vor der Revolution. In Tunesien sieht es nicht viel besser aus, zumal der gestürzte Diktator um ein sehr säkulares, frauenfreundliches Bild bemüht war und nun islamische Kräfte ein konservativeres Modell propagieren. In beiden Ländern rufen deswegen die Revolutionärinnen für heute zu großen Frauendemonstrationen auf: Wir haben mitgekämpft, jetzt wollen wir ein Stück von der Macht, so ihr Motto. Obwohl sich jetzt die Männer wieder in den Vordergrund drängeln, ist nicht zu übersehen: Die Revolutionen in der arabischen Welt haben die Sache der Frauen ein gutes Stück weitergebracht."
Der Berliner "Tagesspiegel" schreibt über die Rolle der Frauen in der arabischen Demokratiebewegung:
"Schwarz verschleiert sind sie fast alle, die Frauen auf dem Perlenplatz in Bahrains Hauptstadt Manama. So kennt man sie, so huschen sie seit Jahren im Hintergrund durch die Fernsehbilder. Doch diese arabischen Frauen haben sich die rot-weiße Landesfahne über den Hidschab gebunden, andere schwenken sie über ihren Köpfen. Sie demonstrieren gegen das autokratische Regime, allerdings in der 'Frauenzone', die durch ein Band markiert wird. Verhüllt und dennoch öffentlich. Beteiligt und zugleich separiert. Während wir uns selbst inspizieren und fragen, ob sie vollendet ist, die Frauenrevolution, müssen wir gleichzeitig rätseln, ob mit der Jasmin-Revolution vielleicht die nächste Frauenrevolution beginnt." (red.yoopress)