Der Aufstieg vom Einwanderer-Sohn zum reichsten Mensch der Welt

Freitag, 11. März 2011 | 07:31 Uhr | RED.YOOPRESS | MENSCHEN
Quelle: AFP
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Mexikaner Carlos Slim belegt erneut mit Abstand Platz eins der Forbes-Liste (Foto: José Cruz/ABr)

MEXIKO (Mexiko-Stadt) - Wirtschaftskrisen machen Carlos Slim keine Angst. Während die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise noch zu spüren waren, stieg der milliardenschwere mexikanische Telekommunikationsunternehmer 2010 auf der Liste des US-Magazin "Forbes" zum reichsten Mensch der Welt auf. In diesem Jahr verteidigte er diesen Platz nicht nur, sondern steigerte sein Vermögen im Vergleich zum Vorjahr auch noch deutlich um 20,5 Milliarden Dollar auf 74 Milliarden Dollar (53,2 Milliarden Euro). Der Sohn eines libanesischen Einwanderers baut sein Unternehmensimperium durch Investitionen immer weiter aus und setzt sein Geld hier und da auch für den guten Zweck ein.

Slim ließ die US-Milliardäre Bill Gates mit seinen 56 Milliarden Dollar und Warren Buffett mit 50 Milliarden Dollar auf der diesjährigen "Forbes"-Liste weit hinter sich. "Er war sehr offensiv bei den Investitionen in den Phasen der Rezession und bei der letzten gab es da keine Ausnahme", erklärte der Sprecher von Slims Telekommunikationsunternehmen Telmex vergangenes Jahr den Erfolg des Milliardärs. Von der Wirtschaftskrise profitierte der Mexikaner mit dem graumelierten Haar und Schnurrbart, indem er strauchelnde Unternehmen aufkaufte.

Bereits während der mexikanischen Wirtschaftskrise 1982 investierte Slims Investmentfirma Carso fleißig. Damit legte der Unternehmer die Grundlagen für sein Imperium. 1990 ersteigerte er schließlich den Staatskonzern Telmex, der bis dahin Monopolanbieter im Telekommunikationsbereich war. Zu seinem Unternehmensimperium gehören zudem Bau- und Bergbaufirmen, die Finanzgruppe Inbursa und Einkaufszentren. Im Zentrum von Mexiko-Stadt kaufte Slim ganze Wohnblocks. Mittlerweile überlässt der sechsfache Vater die Leitung der Tagesgeschäfte seinen drei Söhnen.

Den Grundstein für seinen Erfolg legte der 71-Jährige schon in seiner Kindheit. Sein Vater, der 1902 aus dem Libanon nach Mexiko kam und in der Hauptstadt einen Laden betrieb, brachte seinen Kindern früh den Umgang mit Geld bei. Sie bekamen für ihr Taschengeld ein Sparbuch, damit sie ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten. Carlos Slim startete seine Karriere als Geschäftsmann mit zehn Jahren, als er Familienangehörigen Süßigkeiten und Getränke verkaufte. In den 60er Jahren studierte Slim Ingenieurswissenschaften, danach arbeitete er an der Börse.

In Mexiko, wo viele Menschen unter der Armutgrenze leben, ist der Mann mit dem märchenhaften Vermögen umstritten. Sein Geschäftsgebaren gilt vielen in seiner Heimat als aggressiv, sein Vermögen als unanständig. So sagen Kritiker, Slim habe sich Telmex durch Intrigen zu einem Preis weit unter Marktwert gesichert. Slim versichert dagegen, dass er mit althergebrachten Managementmethoden wie einfachen Strukturen und Sparsamkeit Erfolg habe. Laut einer jüngst erschienen Biografie bewilligt Slim sich selbst auch nur ein Monatsgehalt von 24.000 Dollar - was für einen Milliardär ziemlich bescheiden ist.

Von seinem Vermögen gibt Slim deutlich weniger für gemeinnützige Zwecke aus als etwa Microsoft-Gründer Gates. Allerdings gründete auch der Mexikaner eine wohltätige Stiftung mit einem Milliardenbudget. Sie beteiligt sich an den Kosten für einen Aktionsplan der Vereinten Nationen gegen Mütter- und Kindersterblichkeit. Außerdem kündigte sie vergangenes Jahr an, 50 Millionen Dollar für eine bessere Gesundheitsversorgung in Mittelamerika und Mexiko bereitzustellen.

Außerdem lässt Slim andere Menschen an seiner Leidenschaft für bildende Kunst teilhaben. Anfang des Monats eröffnete er in Mexiko-Stadt ein Kunstmuseum, das er nach seiner verstorbenen Frau Soumaya benannte. Für die Ausstellung stellte der Milliardär 60.000 Kunstwerke bereit, darunter Werke von Leonardo da Vinci, Paul Cézanne und Henri Matisse. Es muss sich also niemand Sorgen machen, dass Slim nicht weiß, was er mit seinem Geld anfangen soll. (red.yoopress)

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