Laut Assange geht es in der Angelegenheit nicht um "Informationsfreiheit", sondern um "altmodischen Opportunismus und Doppelzüngigkeit" sowie darum, "die Leute abzuzocken und schnelles Geld zu machen". Canongate erklärte, dass es sich bei dem Buch um einen ersten Entwurf vom März 2011 handele und räumte ein, dass Assange versucht habe, die Publikation des unfertigen Manuskripts zu stoppen. Assange habe sich für das Buch 50 Stunden lang interviewen lassen. Doch die ihm übergebene Erstfassung habe ihm nicht gefallen. Er habe die Auffassung vertreten, dass Memoiren schreiben bedeute sich zu prostituieren und versucht, den Vertrag im Juni zu annullieren.
Da Assange seinen Vorschuss jedoch bereits zur Begleichung seiner Gerichtskosten benutzt habe, sei das Buch schließlich ohne Autorisierung herausgekommen. Der ehemalige Hacker äußert sich darin auch zum Vorwurf, im August 2010 erzwungene und ungeschützte sexuelle Beziehungen zu zwei Schwedinnen gehabt zu haben. Erneut betont er, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. "Ich mag eine Art chauvinistisches Schwein sein, aber ich bin kein Vergewaltiger", heißt es in dem 250 Seiten umfassenden Buch. Assange erzählt ferner, dass er von Mitarbeitern westlicher Geheimdienste erfahren habe, dass die US-Regierung versuche ihn zu "kompromittieren".
Assange steht in Großbritannien wegen Vergewaltigungsvorwürfen aus Schweden unter Hausarrest. Wikileaks hatte im April 2010 ein schockierendes Video veröffentlicht, das den tödlichen Beschuss von Zivilisten in Bagdad durch eine US-Kampfhubschrauber-Besatzung zeigt. Später machte Wikileaks 77.000 Dokumente zum Afghanistan-Krieg und 400.000 geheime Pentagon-Unterlagen zum Irak-Krieg zugänglich. Damit zog Assange den Ärger von USA und NATO auf sich. (red.yoopress)




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