Von Bernd Eichinger bis "Jopie" Heesters – Teil V

Samstag, 31. Dezember 2011 | 09:49 Uhr | RED.YOOPRESS | REGISTER
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Gestorbene Persönlichkeiten des Jahres 2011

DEUTSCHLAND (Würzburg) - Ob Künstler, Politiker oder Topmanager - auch am Ende des Jahres 2011 ist die Galerie gestorbener Persönlichkeiten, die die Welt auf höchst unterschiedliche Weise geprägt haben, wieder sehr lang - und allein im Dezember verließen uns diese:


DEZEMBER


CHRISTA WOLF: Die Autorin von Romanen wie "Der geteilte Himmel" und "Kassandra" war eine der bekanntesten literarischen Stimmen der DDR und eine der wichtigsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der vergangenen Jahrzehnte. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und des geteilten Deutschland ist eines der Hauptthemen in ihrem Werk. Doch nicht nur wegen der Thematik, sondern auch des eindringlichen Erzählstils gelangte Wolf schon vor der Wiedervereinigung zu großem Ruhm - auch im Westen. Zugleich war sie eine Figur, die wegen ihrer Haltung zur DDR polarisierte. Dem SED-Machtapparat stand Wolf kritisch-distanziert gegenüber. Doch noch kurz vor dem Fall der Mauer plädierte sie für den Erhalt des ostdeutschen Staates - und erntete dafür viel Kritik. Nach langer Krankheit starb Wolf am 1. Dezember im Alter von 82 Jahren

WALTER GILLER: Mit seiner Frau Nadja Tiller bildete er ein Traumpaar des deutschen Films. Kennengelernt hatten sie sich 1953 bei Dreharbeiten zu dem Film "Schlagerparade". Die vormalige Miss Austria war damals eine Newcomerin, Giller bereits ein Star. Seinen Aufstieg verdankte er vor allem seinem komischen Talent, das er in den 50ern etwa in Kassenschlagern wie "Die Drei von der Tankstelle" oder "Peter Voss, der Millionendieb" zeigte. Seinen spitzbübischen Humor zelebrierte Giller später auch im Fernsehen. Mit seiner Frau stand er zuletzt 2009 in Leander Haußmanns "Dinosaurier - Gegen uns seht ihr alt aus!" vor der Kamera. Mehr als zwei Dutzend Filme haben sie zusammen gedreht und 55 Jahre als Ehepaar verbracht, bevor Giller am 16. Dezember im Alter von 84 Jahren starb.

KIM JONG IL: Mit seinen toupierten Haaren, den Plateauschuhen und seinen aus der Mode gekommenen Blouson-Anzügen wurde er im Westen häufig belächelt. Doch Nordkoreas Staatschef war ein ebenso geschickter wie rücksichtloser Machtmensch, der trotz Hungersnöten in seinem Land im Luxus schwelgte und ein umstrittenes Atomprogramm entwickeln ließ. In der DDR wurde er zunächst zum "Wirtschaftsexperten" ausgebildet. Als sein Vater und Gründer Nordkoreas, Kim Il Sung, 1994 starb und der Sohn drei Jahre später die Nachfolge antrat, wurde der Führerkult auf ihn übertragen. Mit Propaganda und Arbeitslagern festigte Kim Jong Il seine Macht. Am 17. Dezember starb der "Geliebte Führer" mit 69 Jahren an einem Herzinfarkt. In seine Fußstapfen soll nun sein Sohn Kim Jong Un treten.

VACLAV HAVEL: Der ehemalige tschechische Präsident galt als "Seele der Samtenen Revolution". 1989 zählte der Schriftsteller und einstige Dissident zu den Anführern des Umbruchs, der die kommunistische Führung der Tschechoslowakei zu Fall brachte. Praktisch über Nacht wurde Havel zum Volkshelden und noch im Jahr 1989 zum Präsidenten gewählt. Nach der Teilung des Landes wurde er 1993 Staatschef von Tschechien und wachte zehn Jahre lang über die Demokratisierung des Landes, den Beitritt zur NATO und die geplante Aufnahme in die EU. Am 18. Dezember verstarb Havel mit 75 Jahren nach langer Krankheit.

JOHANNES HEESTERS: Am Heiligabend verstarb der Schauspiel-Methusalem im Alter von 108 Jahren. "Jopie" Heesters war der letzte Vertreter einer Künstler-Generation, zu der auch Heinz Rühmann oder Heinz Erhardt zählten. Der gebürtige Niederländer wurde in den 30er Jahren in Berlin zum Liebling der Massen. In "Der Bettelstudent" spielte Heesters an der Seite von Marika Rökk seine erste große Filmrolle. Seine Markenzeichen waren Frack, Zylinder und ein weißer Schal. Als zwiespältig gilt sein Verhältnis zu den Nationalsozialisten, die seine Popularität für ihre Propaganda nutzten. Gemeinsame Sache mit dem NS-Regime machte der Schauspieler und Sänger aber wohl nicht. Bis ins hohe Alter erfreute er sich großer Vitalität - fast bis zuletzt stand Heesters noch auf der Bühne.

WERNER OTTO: Der Pionier des Versandhandels starb am 21. Dezember im Alter von 102 Jahren in Berlin. Nach einem erfolglosen Anlauf als Schuhfabrikant hatte Otto 1949 in Hamburg den Otto Versand gegründet, bei dem Kunden Waren per Katalog bestellen konnten. Die Firma entwickelte sich innerhalb weniger Jahre von einem Hinterhof-Betrieb zu einem Großunternehmen. Sein berühmter "Otto-Katalog" wurde millionenfach gedruckt. Der Otto-Versandhandel ist heute Herzstück der Otto Group, eines weltweit tätigen Handels- und Dienstleistungskonzerns. Otto war ein sozial engagierter Unternehmer, der mehrere Stiftungen gründete und auch auf den Zusammenhalt im eigenen Unternehmen stets großen Wert legte. (red.yoopress)

Von Bernd Eichinger bis "Jopie" Heesters – Teil I
Von Bernd Eichinger bis "Jopie" Heesters – Teil II
Von Bernd Eichinger bis "Jopie" Heesters – Teil III
Von Bernd Eichinger bis "Jopie" Heesters – Teil IV

 

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