Stolz und Reue nach einem Leben als "eiskalter Engel"

Sonntag, 07. November 2010 | 08:24 Uhr | RED.YOOPRESS | STARS & STERNCHEN
Quelle: AFP
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Eiskalter Engel - Alain Delon wird 65 (Foto: Georges Biard)

FRANKREICH (Paris) - Herzensbrecher, gnadenloser Killer, einsamer Gejagter - die Rollen in seinen berühmten Filmen haben Alain Delon auch in seinem wirklichen Leben begleitet. Der legendäre französische Leinwandstar, der noch im Alter von 40 Jahren einige seiner bekanntesten Filme drehte, der mit über 50 noch einmal heiratete und mit 60 den "Goldenen Bären" für sein Lebenswerk erhielt, feiert am Montag seinen 75. Geburtstag. Ruhig ist es inzwischen um den "eiskalten Engel" des französischen Kinos geworden, der zurückgezogen auf dem Lande lebt. Und nachdenklich - voller Stolz und voller Reue - blickt er heute auf sein Leben und seine Liebschaften zurück.

Seit den 50er und 60er Jahren gilt Alain Delon durch seine Filmrollen als die Verkörperung des französischen Verführers - und des Auftragsmörders oder Polizisten mit dem eiskalten Blick. Reihenweise verfielen Schauspieler-Kolleginnen und andere Frauen dem Charme des Beau, darunter auch auch Romy Schneider, die sich als blutjunge Schauspielerin in ihn verliebte und nach Paris zu ihm zog. Als Delon sie verließ, unternahm sie einen Selbstmordversuch.

"Ich habe vielen Menschen weh getan", räumte der mehrfach verheiratete und geschiedene Delon vor einigen Jahren rückblickend ein. Er sei zu "egozentrisch" gewesen. "Ich war zu sehr auf mich selbst konzentriert, wollte dominieren." Dass Romy Schneider für ihn die "große Liebe meines Lebens" war, gestand er vor Jahren in einem Interview mit der Zeitung "Le Parisien".

Der am 8. November 1935 in Sceaux in der Nähe von Paris geborene Delon hatte vor dem Beginn seiner Schauspieler-Karriere ein hartes Leben. Nach der Scheidung seiner Eltern kam er als kleines Kind zu Pflegeeltern, flog wegen Disziplinlosigkeit von sieben Schulen, ging als Soldat vier Jahre lang in den Indochina-Krieg, übernahm danach Gelegenheitsjobs. Aus dieser Zeit stammen auch die zahllosen Berichte über seine angeblichen Beziehungen zur Unterwelt.

Delon gab später selbst zu, dass er damals kurz davor war, im Gefängnis zu landen, wäre der blendend aussehende junge Mann nicht in Cannes als Schauspieler entdeckt worden. 1957 machte ihn schon sein erster großer Film "Killer lassen bitten" bekannt, 1958 folgte "Christine" mit Romy Schneider. Den Durchbruch brachte 1960 seine Hauptrolle in "Nur die Sonne war Zeuge" nach dem Roman "Der talentierte Mr. Ripley" von Patricia Highsmith.

Delon drehte mit Regisseuren wie Jean-Pierre Melville, Luchino Visconti und Jean-Luc Godard und stand mit Stars wie Burt Lancaster, Claudia Cardinale, Jane Fonda oder Brigitte Bardot vor der Kamera. In fast hundert Filmen trat er auf, darunter "Der Leopard" (1963), "Der eiskalte Engel" (1967), "Der Swimmingpool" (1969), "Monsieur Klein" (1976) und "Asterix bei den Olympischen Spielen" (2008).

Seine alten Filme will sich Alain Delon nicht mehr ansehen - fast all' seine Kollegen, mit denen er zusammen vor der Kamera stand, sind inzwischen tot. "Ich kann mir nicht nochmal Romy und Maurice (Ronet) in 'Der Swimmingpool' ansehen", gestand er im Alter von 74 Jahren. Dasselbe gelte für Filme mit Jean Gabin und Lino Ventura. Und der einst "eiskalte Engel" fügte hinzu: "Das bricht mir das Herz."

Heute sind seine insgesamt drei Kinder der Mittelpunkt seines Lebens und die Quelle seiner Lebenskraft. Vor allem um seinen 16-jährigen Sohn Alain-Fabien und dessen ältere Schwester Anouchka kümmert er sich. Vor drei, vier Jahren sei er des Lebens überdrüssig und müde gewesen, erzählte der konservative und politisch sogar mit dem rechtsextremen Jean-Marie Le Pen sympathisierende Delon kürzlich dem Magazin "Paris Match". "Ich bleibe nur, weil ihr mich braucht", habe er damals zu seinen Kindern gesagt. Inzwischen ist jedoch der Lebensmut zurückgekehrt und auch die Frauen interessieren Alain Delon wieder. Eine Begleiterin für seinen Lebensabend wünscht er sich: "Darauf hoffe ich noch." (red.yoopress)

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