Jauch macht Sonntag den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 und den anschließenden Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zum Thema seiner Premierensendung. Nach den jüngsten kritischen Veröffentlichungen des "Spiegel" stellt Jauch die Frage, "War es richtig, in den Krieg zu ziehen?", wie die ARD am Freitag mitteilte.
Die Mutter eines in Afghanistan getöteten Soldaten wird dabei auf Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) treffen, außerdem zählen US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, Autorin Elke Heidenreich, Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und Marcy Borders, eine Überlebende der Anschläge auf das World Trade Center sowie der Autor Jürgen Todenhöfer zu der Runde. Eine bunte Mischung, aber vor allem auch ein sicheres Thema: Während sich zuletzt Talkshows schwer taten, die Schuldenkrise der Euro-Länder verständlich zu erklären, lässt sich die Frage nach Sinn oder Unsinn des Afghanistan-Einsatzes klarer mit Ja oder Nein beantworten.
Vor der seit Monaten generalstabsmäßig geplanten Neuauflage am wichtigsten Talkshow-Sendeplatz versuchte Jauch vor allem, die Erwartungen zu dämpfen. Jauch sagte, es gebe eine "übernatürliche Erwartungshaltung". Ist das so, oder versuchte er damit die Sendung nur noch interessanter darzustellen? Denn tatsächlich gibt der 55-Jährige den Erwartungen selbst Futter. Auf der Homepage der Sendung wurde eigens eine kleine Umfrage gestartet, wer sich die erste Folge ansehen will. Bei "Auf jeden Fall, ich bin schon sehr neugierig", klickten drei Viertel der Nutzer.
Jauch genießt außerdem Vorschusslorbeeren: In einer von der "Fernsehwoche" veröffentlichten repräsentativen Umfrage nannten ihn 65 Prozent der Befragten als beliebtesten Moderator. Anne Will, die den von Sabine Christiansen etablierten Sendeplatz zuletzt hatte, bevorzugten nur sieben Prozent.
Im eigens zum Fernsehstudio umgebauten Gasometer in Berlin verspricht Jauch, der mit "Stern TV", etlichen Sportmoderationen bei RTL und natürlich der Quizshow "Wer wird Millionär?" zum beliebstesten Moderator wurde, eine "Evolution, aber keine Revolution" des Genres Talkshow. Immerhin will er also noch eine Fortentwicklung erreichen - ganz anders als Harald Schmidt, der ganz auf die Karte Bewährtes setzt.
Schmidt wird nach sieben Jahren bei der ARD und acht Jahre nach seinem Ausscheiden bei Sat.1 wieder bei dem Privatsender aktiv. Dort hatte er von 1995 bis 2003 erfolgreich Late Night gemacht. Jeden Dienstag und Mittwoch um 23.15 will der Zyniker das öffentliche Geschehen auseinander nehmen. Das Studio soll ein bisschen frischer werden. Es wird Live-Musik geben - die Guano Apes treten in der Premierensendung auf -, einmal im Monat steht klassische Musik auf dem Programm. Doch viel mehr wird Schmidt nicht ändern - und er geht wie Jauch bei Folge eins auf Nummer sicher. Mit Hape Kerkeling kommt ein pointensicherer Gast in die Sendung, außerdem will Schmidt Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter am Flügel begleiten.
Der 54-Jährige hätte lieber drei statt der nun zwei Sendetage gehabt, ist aber ansonsten vollends zufrieden. Trotz des jüngsten Wechselspiels der Moderatoren zwischen den Sendern kann Schmidt auch anders als im Fußball keinerlei Aufbuch im Fernsehen erkennen. "Im Fernsehen ist immer noch Torsten Frings. Oder zeigen Sie mir in der Fernsehunterhaltung einen Mesut Özil oder einen Mario Götze?" sagte er der "Süddeutschen Zeitung". (red.yoopress)




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