Bewaffnete Konflikte berauben Kinder der Chance auf Schulbesuch

Donnerstag, 10. März 2011 | 06:41 Uhr | RED.YOOPRESS | GESELLSCHAFT
Quelle: AFP
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UNESCO legt Weltbildungsbericht 2011 vor

USA (New York) - Bewaffnete Konflikte berauben Millionen Kinder weltweit der Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. In Konfliktregionen sei die Schulbildung durch gezielte Angriffe auf Kinder, Schulen und Lehrer gefährdet, heißt es in dem am Dienstag in New York vorgestellten Weltbildungsbericht der UN-Kulturorganisation UNESCO. Sollte nicht deutlich mehr in Bildung investiert werden, werde das Ziel der universellen Grundschulbildung bis 2015 verfehlt.

"Bewaffneter Konflikt ist in vielen Weltregionen ein großes Hindernis für gesellschaftliche Entwicklung", sagte die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa. Dennoch würden die Auswirkungen von Konflikten für die Bildung weitgehend ignoriert. Von den weltweit 67 Millionen Kindern, die keine Schule besuchen, leben dem Bericht zufolge 28 Millionen in Konfliktgebieten. Im Jemen und in Afghanistan etwa wurden dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren hunderte Schulen geplündert und zerstört.

Nach Angaben der UNESCO gab es auch Fortschritte: So ging von 2000 bis 2008 die Zahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchten, von 128 auf 67 Millionen zurück. Allerdings warnt die UN-Organisation, dass das Ziel der universellen Grundschulbildung bis 2015 verfehlt werde, sollte nicht mehr getan werden. Dieses Ziel hatte sich die internationale Gemeinschaft 2000 auf dem UN-Millenniumsgipfel gesetzt. Als Grund für das Scheitern nennt der Bericht die mangelnde Ausrichtung der Entwicklungshilfe auf den Bildungsbereich.

"Weniger als zwei Prozent der humanitären Hilfe" würden für Bildung verwendet, sagte der Leiter der Studie, Kevin Watkins. Nicht nur seien die Mittel unzureichend, sondern sie würden auch schlecht verteilt. Dabei sei durchaus ausreichend Geld vorhanden, sagte Watkins: "Wenn die reichen Länder einfach ihre Militärausgaben von sechs Tagen in die Bildung stecken würden, könnten sie die 16 Milliarden Dollar aufbringen, die jährlich für universelle Bildung notwendig wären."

Wie die UNESCO weiter kritisierte, kommen nach wie vor auch weniger Mädchen als Jungen in den Genuss von Bildung. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Situation sogar verschärft, warnte UNESCO-Chefin Bokowa im Gespräch mit AFP. Während 1999 das Verhältnis von Jungen zu Mädchen an Schulen im südlichen Afrika noch 100 zu 92 war, sei es heute 100 zu 89. "Dies zeigt, dass die Abbrecherquote bei Mädchen steigt", sagte Bokowa. Dies sei sehr alarmierend, da mangelnde Bildung weitreichende Folgen für Entwicklung und Gesundheit habe.

Das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) legte am Dienstag erstmals einen Entwurf für eine umfassende Bildungsstrategie vor. Das BMZ formulierte das Ziel, eine Strategie für die deutsche Entwicklungspolitik zu entwerfen, die den gesamten Bildungsbereich angeht. Diese solle gemeinsam mit sozialen und politischen Akteuren im In- und Ausland erarbeitet werden.

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) betonte die Bedeutung des Bildungssektors für die Entwicklung. "Bildungsarmut hat dramatische Konsequenzen: Sie bedingt Einkommensarmut, beeinträchtigt Menschen- und Freiheitsrechte, spaltet Gesellschaften und verfestigt ungerechte Strukturen. Vor diesem Hintergrund ist und bleibt Bildung einer der Schlüsselbereiche der deutschen Entwicklungspolitik", erklärte Niebel. (red.yoopress)

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