Bundesregierung will Pressefreiheit stärken

Donnerstag, 26. August 2010 | 09:58 Uhr | AFP-RED.YOOPRESS | POLITIK
2010_08-presse
Neues Gesetz soll Strafbarkeit und Durchsuchungen einschränken

DEUTSCHLAND (Berlin) - Die Bundesregierung will die Pressefreiheit stärken und Journalisten besser vor Bestrafungen und Hausdurchsuchungen schützen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete das Bundeskabinett am Mittwoch, wie Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Berlin mitteilte. Konkret sieht der Entwurf vor, dass Journalisten nicht mehr wegen der "Beihilfe zum Geheimnisverrat" bestraft werden können, wenn sie aus geheimen Papieren zitieren.

Generell soll die Polizei Material eines Journalisten nur noch beschlagnahmen dürfen, wenn ein "dringender" Verdacht für eine Straftat besteht; bislang reichte ein einfacher Verdacht aus. Mit dem Gesetzentwurf zieht die Bundesregierung die Konsequenz aus der Cicero-Affäre. Das Blatt hatte 2005 aus geheimen Akten des Bundeskriminalamts zitiert; daraufhin waren die Redaktionsräume durchsucht worden. Das Bundesverfassungsgericht rügte dies 2006 als Verstoß gegen die Pressefreiheit.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, kritisierte den Gesetzentwurf als "halbherzig". Statt einer Ausnahmeklausel für Journalisten müsse die "Beihilfe zum Geheimnisverrat" ganz aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Auch für Journalisten bleibe zudem schon die Frage nach Geheimnissen als "Anstiftung zum Geheimnisverrat" strafbar. (afp-red.yoopress)

Kommentare (0)