Weg vom Image des Bremsers beim Klimaschutz

Sonntag, 03. October 2010 | 09:12 Uhr | RED.YOOPRESS | POLITIK
Quelle: AFP
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China richtet Konferenz zur Vorbereitung von UN-Klimagipfel aus

CHINA (Peking) - Das aufstrebende Riesenreich China ist nicht gerade als Vorreiter bei den internationalen Klimaschutzbemühungen bekannt. Vielmehr wehrt sich das Land mit dem weltweit höchsten Treibhausgas-Ausstoß dagegen, bei der Verringerung der klimaschädlichen Emissionen genauso in die Pflicht genommen zu werden wie etablierte Industriestaaten. Umso bemerkenswerter ist es, dass ab Montag die letzte große internationale Klimakonferenz vor dem UN-Gipfel in Cancún im nordchinesischen Tianjin stattfindet. Beobachter hoffen nun, dass sich die Volksrepublik als Gastgeber kompromissbereiter bei ihren Klimaschutz-Zusagen zeigt als bislang.

Zu der sechstägigen Konferenz in der Hafenstadt Tianjin werden etwa 3000 Delegierte aus aller Welt erwartet. Das Treffen soll den Weltklimagipfel vorbereiten, der am 29. November im mexikanischen Badeort Cancún beginnt. Es ist das erste Mal, dass China Gastgeber einer internationalen Konferenz im Rahmen der UN-Klimakonvention ist.

"Wir erachten es als bedeutsam, dass China ein aktiver Teilnehmer der Verhandlungen sein und einen Beitrag leisten will", sagt Barbara Finamore, die für China ein Programm der Umweltschutzorganisation Verteidigungsrat für natürliche Ressourcen leitet. China wolle bei der Konferenz in Tianjin wahrscheinlich zeigen, dass es eine Führungsrolle bei den Klimaverhandlungen übernehmen wolle und kein Bremser sei.

Der oberste chinesische Klima-Verhandlungsführer Xie Zhenhua erklärte am Mittwoch, Ziel der Konferenz in Tianjin sei es, "die Differenzen so weit wie möglich zu verringern". Die Gespräche würden "eine solide Grundlage für den Erfolg und das Ergebnis der Konferenz von Cancún" legen, fügte Xie selbstbewusst hinzu.

Deutlich weniger versprechen sich Umweltschützer von den Beratungen in China. "Unsere Erwartungen sind nicht sehr hoch, weil wir bei den Regierungen nicht den Willen feststellen, wirklich Fortschritte zu machen", sagt der Leiter der Klimakampagne von Greenpeace, Wendel Trio.

Die Leiterin des UN-Klimasekretariat, die Costaricanerin Christiana Figueres, will sich damit nicht abfinden. Sie rief nicht nur die Industrie-, sondern auch die Schwellen- und Entwicklungsländern zu einer Verringerung ihres Kohlendioxidausstoßes auf.

Aufstrebende Schwellenländer wie China und Indien sehen aber etablierte Industrieländer wie die USA in der Pflicht, beim Klimaschutz voranzugehen. Peking wehrt sich bislang gegen verbindliche Ziele zur Verringerung seines Treibhausgas-Ausstoßes. Die internationale Gemeinschaft ringt derzeit um ein Nachfolge-Abkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. Beim UN-Klimagipfel Ende vergangenen Jahres in Kopenhagen hatten sich die Teilnehmer nur auf das vage Ziel geeinigt, die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Ein neues globales Klimaabkommen dürfte frühestens auf der folgenden UN-Klimakonferenz 2011 in Südafrika vereinbart werden. (red.yoopress)

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