Kopftuch-Streit in der Türkei flammt wieder auf

Freitag, 12. November 2010 | 12:12 Uhr | RED.YOOPRESS | POLITIK
Quelle: AFP
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Opposition: Erdogan macht mit dem Thema Wahlkampf

TÜRKEI (Istanbul) - Wenige Wochen nach der Freigabe des islamischen Kopftuches an den Universitäten der Türkei flammt der Streit um die Grenzen der Kopftuch-Freiheit im Land neu auf. Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu warf der religiös-konservativen Regierung nach Presseberichten vom Freitag vor, sie wolle das Kopftuchverbot für Grundschülerinnen als Wahlkampfthema ausbeuten. Anlass für die Kritik war die Weigerung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die Zulassung von Kopftüchern für minderjährige Schülerinnen klar auszuschließen.

Im Oktober hatte die türkische Hochschulbehörde das Kopftuchverbot für Studentinnen in den Hörsälen des Landes per Erlass aufgehoben. Staatspräsident Abdullah Gül erteilte vor wenigen Tagen der Forderung aus islamischen Kreisen nach der Zulassung von Kopftüchern auch für Mädchen in den Schulen eine Absage. Er schloss sich Äußerungen seiner Frau Hayrünnisa an, die betont hatte, nur volljährige Frauen könnten sich frei für oder gegen das Kopftuch entscheiden. Dagegen vermied Erdogan eine Festlegung und verwies auf die Parlamentswahlen im kommenden Juni.

Oppositionsführer Kilicdaroglu warf Erdogan deshalb nun vor, er benutze die Religion, um auf Stimmenfang zu gehen. Kilicdaroglu bekräftigte, die Erdogan-Regierung folge einer islamistischen "Geheimagenda". (red.yoopress)

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