Schnäppchenjäger mit Handkasse

Mittwoch, 08. Februar 2012 | 16:41 Uhr | RED.YOOPRESS | POLITIK
Quelle: AFP
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"Falls also Bild oder SPIEGEL anruft, wir wissen von nichts!" (Foto: Fotolia)

DEUTSCHLAND (Berlin) - Bundespräsident Christian Wulff hat Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich von einem befreundeten Unternehmer 2007 einen Sylt-Aufenthalt finanzieren lassen. Wulff habe das Wochenende in dem Hotel auf Sylt "in voller Höhe selbst bezahlt", erklärte Wulffs Anwalt Gernot Lehr am Mittwoch in Bonn. Die Staatsanwaltschaft Hannover kündigte an, sich mit dem Vorgang zu befassen.

BITTE BEACHTEN SIE: Das Zitat an dieser Stelle, in der die BILD-Zeitung den Vorgang der Bezahlung im Hotel Stadt Hamburg auf Sylt und die nachträglichen Aktion eines der Beteiligten beschreibt, haben wir vorsorglich entfernt.Grund: Es ist möglich, dass sich einer der Beteiligten offenbar an bestimmten Aspekten in diesem Teil der Berichterstattung stört und ein Unterlassungsverlangen seitens des ihn vertretenden Anwalts wahrscheinlich ist. Die Vorwürfe sind mittlerweile bekannt und in einschlägigen Meiden veröffentlicht. Insofern ist der Artikel, trotz der jetzt fehlenden Passage, dennoch verständlich.

Lehr erklärte zu den Vorwürfen, Groenewold habe das Pauschalangebot zwar gebucht und dabei die Zimmerkosten bezahlt. Wulff habe diese dann aber "in bar im Hotel beim Auschecken" erstattet. Es handele sich "um einen längst bekannten Sachverhalt". Die Berichterstattung vom Mittwoch sei ein weiterer Versuch, Wulffs Ansehen "nachhaltig zu beschädigen". Auch die "Bild"-Zeitung hatte auf die Angaben von Wulffs Anwalt verwiesen, wonach Wulff die Hotelkosten erstattete.

Die Staatsanwaltschaft Hannover will sich Vorgang nach eigenen Angaben mit dem Vorgang befassen. "Wir machen uns Gedanken, ob das eine Bedeutung hat", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Grünen-Chefin Claudia Roth warf Wulff "Schnäppchenjägermentalität" vor. "Wir haben offensichtlich einen Bundespräsidenten, der eine Handkasse dabei hat", sagte sie dem Nachrichtensender N24. "Erst lässt er sich einladen, und dann zahlt er aber in bar." Das sei "eigentlich richtig furchtbar".

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte vor Journalisten, er habe es nicht für möglich gehalten, dass Hotelaufenthalte und andere Gefälligkeiten "eine so prägende Rolle in der Politik spielen können". Dies sei nun "ein Fall für den Staatsanwalt". (red.yoopress)

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