Mehreren Studien zufolge sind in den USA mindestens 200 Millionen Schusswaffen im Umlauf - bei einer Bevölkerung von 300 Millionen Einwohnern. Rund 45 Prozent der US-Haushalte sollen mindestens eine Waffe besitzen. Die US-Waffenschmieden produzierten alleine im Jahr 2008 1,4 Millionen Pistolen, 432.000 Revolver, 1,6 Millionen Karabiner, 753.000 Gewehre und 176.000 andere Arten von Schusswaffen. Von diesem Arsenal wurden lediglich 245.000 Waffen exportiert, wie die Statistiken der US-Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen.
Rund 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 10.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten vom Brady Center führen an, dass 300 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 67 verletzte und neun getötete Minderjährige. Die Waffenlobby NRA bestreitet diese Zahlen. Nach einer Untersuchung des Brady Center verursachen Schusswaffen der US-Gesellschaft durch medizinische Behandlungen, Justizausgaben oder Einkommensverluste Verstorbener jedes Jahr Kosten in Höhe von 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro).
Durch den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Die Einzelheiten regeln allerdings eine Vielzahl von Gesetzen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz landeten mehrfach vor dem Obersten Gerichtshof - wie im aktuellen Fall die von der Stadt Chicago erlassenen Regelungen. Im Jahr 1994 führte die Regierung von Präsident Bill Clinton per Bundesgesetz erstmals eine systematische Überprüfung von Waffenkäufern ein. Demnach dürfen Schusswaffen unter anderem nicht an verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige verkauft werden. (afp-red.yoopress)




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