Adiós zur Zigarette

Sonntag, 02. Januar 2011 | 10:45 Uhr | RED.YOOPRESS | RECHT & GESETZ
Quelle: AFP
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In Spanien gilt von Sonntag an strenges Rauchverbot

SPANIEN (MADRID) - Lange haben die Spanier ihre Zigarette zum Wein an der Bar um die Ecke als eine Art unveräußerliches Recht betrachtet. Doch damit ist es nun vorbei: Von heute an gilt in Spanien eines der schärfsten Rauchverbote in Europa. Der Glimmstängel wird mit dem überarbeiteten Anti-Tabak-Gesetz nicht nur aus Bars und Restaurants sondern auch von Spielplätzen, geschlossenen öffentlichen Räumen und schulischen Einrichtungen verbannt.

So streng wie das neue Gesetz ist, so lasch war die bisherige Regelung, die noch aus dem Jahr 2006 stammt. Damit war das Rauchen etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften untersagt, die Bar- und Restaurantbetreiber hatten aber freie Hand zu entscheiden, ob sie das Qualmen in ihren Etablissements erlaubten oder nicht. Nun drohen ihnen erhebliche Bußgelder, wenn sie das neue Anti-Tabak-Gesetz missachten.

Erwartungsgemäß laufen die Gastronomen Sturm. Die spanische Regierung habe ein "totales Verbot erlassen, ohne sich um Zahlen zu scheren, die wir veröffentlicht haben", sagt etwa der Vize-Präsident des spanischen Hotelverbands (FEHR), José Luis Guerra. Bars und Restaurants seien ohnehin bereits "hart von der Wirtschaftskrise getroffen" worden. Mit dem neuen Gesetz drohten Restaurants und Bars nun Umsatzeinbußen von fünf beziehungsweise zehn Prozent, Diskotheken hätten Einschnitte von 15 Prozent zu befürchten. Der FEHR schlug vor, seperate Raucherräume einzurichten, wie es sie etwa auch in Deutschland gibt. Diese sind in Spanien aber auch verboten.

Die Gefahr einer Stigmatisierung von Rauchern zu "Bürgern zweiter Klasse" sieht die spanische Tabak-Lobby. Spanien führe "eines der radikalsten Anti-Tabak-Gesetze der Welt" ein, sagte der Präsident des spanischen Tabakkonzerns Altadis kürzlich der Zeitung "El País". In Irland, das bislang als strengstes Land in Europa im Umgang mit seinen Rauchern galt, könnten diese wenigstens vor die Tür gehen, in Spanien sei dann selbst das vielfach verboten. Es seien "enorme wirtschaftliche Schäden" zu befürchten.

Die spanische Gesundheitsministerin Leire Pajin wertet das neue Gesetz hingegen als "wichtige Etappe beim Gesundheitsschutz der spanischen Bevölkerung". Die neue Regelung könne langfristig sogar dazu führen, dass Nichtraucher, vor allem Familien, wieder öfter ausgingen. In Spanien sterben offiziellen Angaben zufolge jährlich 53.000 aktive Raucher an den Folgen des Tabakkonsums.

Das Rauchverbot wird in anderen europäischen Ländern unterschiedlich streng gehandhabt. In Deutschland ist das Qualmen seit 2008 in Bars und Restaurants verboten, durch separate Räume und "Raucherclubs" gibt es aber zahlreiche Ausnahmen. Ebenfalls seit 2008 ist in Frankreich das Rauchen nur auf Außenterrassen erlaubt, selbst dort erklärten viele Bars und Cafés diese aber bereits zu Nichtraucher-Zonen. Bereits seit 2005 dürfen Italiener in gastronomischen Einrichtungen nicht mehr rauchen. (red.yoopress)

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