Wie die Sprecherin des Justizministeriums weiter sagte, will die Regierung zudem beantragen, dass die Umsetzung des Gerichtsentscheids ausgesetzt wird, solange das Berufungsverfahren läuft. Zuvor hatte Präsidentensprecher Bill Burton gesagt, Präsident Barack Obama sehe die Stammzellenforschung als "wichtige, lebensrettende Forschung" an. Washington prüfe nach dem Richterspruch alle Möglichkeiten.
Nach Auffassung von Richter Royce Lamberth wiesen die Antragsteller, darunter mehrere christliche Organisationen, nach, dass eine Klage gegen die Förderung "gute Erfolgsaussichten" habe. Das Bündnis argumentiert, dass Obamas Regelung gegen Gesetze verstößt, nach denen es untersagt ist, Forschung finanziell zu unterstützen, bei der menschliche Embryos zerstört werden.
An den nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) können zwar trotz der richterlichen Entscheidung dutzende Forschungsprojekte weitergeführt werden, weil sie die eingeplanten Fördermittel bereits erhalten haben, wie NIH-Direktor Francis Collins sagte. Die meisten Vorhaben müssten allerdings auf Eis gelegt werden.
Erst im März des vergangenen Jahres hatte Obama den Kurs seines Amtsvorgängers George W. Bush in der Stammzellenforschung revidiert und angekündigt, dass die Forschung an embryonalen Stammzellen in den USA wieder mit staatlichen Mitteln unterstützt und vorangetrieben werden solle. Als Begründung hatte Obama unter anderem angeführt, dass es durch die Stammzellenforschung Durchbrüche bei der Heilung schwerer Krankheiten geben könnte.
Forscher hoffen, dass embryonale Stammzellen in der Zukunft bei der medizinischen Behandlung schwerer Krankheiten möglicherweise als Ersatzmaterial dienen könnten - denn embryonale Stammzellen sind "pluripotent", das heißt sie können sich zu jedem Zelltyp des menschlichen Organismus entwickeln.
Unter Bush war der Einsatz von Staatsgeldern für die Stammzellenforschung eingegrenzt. Staatliche Gelder gab es nur für die wissenschaftliche Arbeit an solchen menschlichen embryonalen Stammzell-Linien, die vor August 2001 gewonnen worden waren. Obama erlaubte dann die staatliche Förderung der Arbeit auch an neu gewonnenen Stammzell-Linien.
Zu einer Stammzell-Linie zählen alle in vitro - also künstlich im Reagenzglas - gezüchteten Zellen, die sich auf den selben Ursprung zurückführen lassen. Die Vermehrung von Stammzellen in Labors hat den Vorteil, dass Experimente zu verschiedenen Zeitpunkten und an verschiedenen Orten an identischem Erbmaterial vorgenommen werden können.
Die Nutzung embryonaler Stammzellen ist ethisch stark umstritten, weil dazu Zellen aus Embryonen entnommen werden, die künstlich erzeugt wurden, dann aber keiner Frau eingepflanzt werden. Gegner der embryonalen Stammzellenforschung argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginnt. (afp-red.yoopress)




Hits: 432
Als Email versenden
Lesezeichen setzen








