Studien: Nachweis für Existenz von Krebs-Stammzellen erbracht

Mittwoch, 08. August 2012 | 07:54 Uhr | RED.YOOPRESS | WISSENSCHAFT
Quelle: AFP
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Wissenschaftler empfehlen gezielte Medikamentenforschung

FRANKREICH (Paris) - Die Wissenschaft hat offenbar den Beweis erbracht, dass es Krebs-Stammzellen gibt, die für die Ausbreitung von Tumoren verantwortlich sind. Drei unterschiedliche Studien wurden jetzt in den renommierten Magazinen "Nature" und "Science" veröffentlicht, in denen jeweils die Entwicklung neuer Krebsmedikamente empfohlen wird, die direkt gegen diese Krebs-Stammzellen gerichtet sein sollten. Stammzellen haben die Fähigkeit lebenslanger Selbsterneuerung und können sich unendlich teilen.

Jahrzehntelang wurde in der Wissenschaft darüber diskutiert, wie Krebstumore wachsen und sich im Körper ausbreiten. Manche Forscher vertraten die Ansicht, dass alle Krebszellen gleich seien und alle sich teilen. Der holländische Forscher Hugo Snippert sagte nun der Nachrichtenagentur AFP: "Hoffentlich beenden diese drei Studien nun die Diskussion." Die jüngsten Erkenntnisse zeigten klar eine Hierarchie bei den Krebszellen, mit unterschiedlichen Funktionen - Stammzellen fungierten demnach als "Krebszellenfabrik".

Bei Darmkrebs verändere sich eine gesunde Stammzelle zu einer Ursprungszelle, aus der ein Tumor wächst, sagte Snippert vom Medizinischen Zentrum der Universität Utrecht, der die Erkenntnisse seines Teams in "Science" am Mittwoch veröffentlichte. Der Tumor beinhalte dann Stammzellen, welche weitere Krebszellen produzierten.

"Da Krebs-Stammzellen so ähnlich zu normalen Stammzellen sind, schädigen die meisten Behandlungen auch die normalen Stammzellen", sagte Snippert weiter. Die Forschung müsse sich daher auf die Krebs-Stammzellen konzentrieren. Der Unterschied zwischen Krebs-Stammzellen und normalen Stammzellen müsse herausgefunden werden.

Im Magazin "Nature" fand ein anderes Forscherteam aus Belgien und Großbritannien bei Hautkrebs bestimmte Zellen mit stammzellenartigen Fähigkeiten. Ein US-Team wiederum, das sich mit bösartigen Gehirntumoren befasste, fand bestimmte Zellen, die auch nach einer Chemotherapie offenbar wieder neue Tumore entstehen ließen. Forscher Luis Parada von der US-Universität Texas Southwestern Medical Center sagte AFP, diese Studie sei der Beweis, dass zumindest in manchen Tumoren Krebs-Stammzellen existierten.

Das Magazin "Nature" hob in einer Erklärung hervor: "Zusammen liefern diese drei Berichte den Beweis, der auf die Existenz von Zellen hindeutet, die Krebs-Stammzellen sein können." (red.yoopress)

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