Die Krankheit, die in Haiti eigentlich vor über hundert Jahren ausgerottet wurde, war im Norden und im Zentrum des Landes entlang des Flusses Artibonite ausgebrochen. OCHA zufolge reisten alle fünf in Port-au-Prince bestätigte Todesopfer kurz vorher aus diesen Regionen in die Hauptstadt. Daher könne auch nicht von einer Ausbreitung der Cholera gesprochen werden, erklärte die UN-Organisation. Cholera ist hoch ansteckend und kann zu starkem Durchfall und Erbrechen führen. Wird die Krankheit nicht behandelt, ist sie durch die schnelle Austrocknung des Körpers und den raschen Gewichtsverlust oft tödlich.
Nach Angaben der Leiterin der Gesundheitsbehörden in der am stärksten betroffenen Region Artibonite, Dieula Louissaint, starben mehr als 220 Menschen seit dem Ausbruch der Krankheit. Rund 3000 Menschen wurden mit Symptomen medizinisch betreut. Es wird vermutet, dass eine starke Verschmutzung des Artibonite-Flusses die bakterielle Krankheit auslöste. Tausende Menschen nutzen den Strom täglich zum Waschen oder Kochen.
Besonders in der Region um die Hafenstadt Saint Marc waren die Krankenhäuser mit der Vielzahl an Patienten überfordert. Louissaint warnte davor, die Kranken gemeinsam mit anderen Patienten dort zu behandeln: "Wir müssen spezielle Behandlungszentren einrichten."
Haitis Regierung hatte am Freitag bestätigt, dass in dem Land die Cholera ausgebrochen ist. Dabei handele es sich um einen besonders gefährlichen Cholera-Stamm, sagte Gesundheitsminister Alex Larsen. Die Ausbreitung der Cholera in den Griff zu bekommen dürfte das Land besonders in Port-au-Prince nun vor enorme Probleme stellen, denn dort leben seit dem verheerenden Erdbeben vom Januar noch immer tausende Menschen unter teils katastrophalen hygienischen Bedingungen in Notunterkünften.
Dagegen sagte ein Vertreter im Gesundheitsministerium, die Lage sei "unter Kontrolle". "Die Bevölkerung sollte nicht in Panik verfallen, aber die Menschen müssen die Hygiene sehr ernst nehmen." Gesundheitsminister Larsen und Staatschef René Préval waren am Samstag in den betroffenen Gebieten unterwegs. Die Behörden bemühten sich darum, die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sorgte sich besonders um die Kinder in Haiti. Die Organisation bringe nun wichtige Hilfsgüter in die betroffene Region entlang des Artibonite-Flusses, erklärte UNICEF am Samstag. Auch Hilfslieferungen des Roten Kreuzes in den USA trafen inzwischen in Haiti ein. Die Organisation Oxfam wollte Spezialisten in die Region entsenden, Ärzte ohne Grenzen sagte Hilfe beim Bau provisorischer Krankenhäuser zu.
Laut der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation blieb die benachbarte Dominikanische Republik von der Cholera bislang verschont. Die haitianische Regierung erstellte für die Grenzregion bereits einen Notfallplan, die Grenzen sollen aber vorerst offengehalten werden. (red.yoopress)




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