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Die zehn Gebote der Weinverkostung (Teil-3)

Datum
Uhrzeit
07:30

VINOPHILES

Die zehn Gebote der Weinverkostung (Teil-3)
In den Gesprächen mit den Winzern an den Verkostungstischen erhalten Sie Informationen, die nicht selbstverständlich und einfach zu bekommen sind. Diese Informationen können sehr wertvoll für Sie sein. (© YOOPRESS)

DEUTSCHLAND (Würzburg) - In den beiden Vorberichten haben wir die ersten sechs Themenbereiche erläutert. Ausgehend von einer Reihe von Fauxpas´s wie helle Kleidung, High Heels, duftende Körper, planloses Probieren (Trinken) und auch noch auf nüchternen Magen, fehlendes Notieren, 'lila' Lächeln, ignorieren des Winzers und lautes Kommentieren, die nicht sein sollten, nehmen wir als Anlass, Ihnen zehn Gebote für eine erfolgreiche Weinverkostung anhand geben. Diese Regeln, eigentlich Selbstverständlichkeiten, sollen Sie in die Lage versetzen, Ihre Verkostung zu Ihrem Erlebnis zu machen. Hier folgen nun die Gebote (7) bis (10):

 

(7) PERSÖNLICHES DILEMMA: Denken Sie an Ihre Erscheinung. Jeder weiß, wie angenehm und sympathisch ein Lächeln mit gesunden und halbwegs gepflegten Zähnen wirkt. Aber niemand will einen 'Rotweinzahn' sehen. Lila oder geschwärzte Zähne bei der Verkostung von Rotweinen lassen sich nicht vermeiden und sind unansehnlich, ähnlich wie ein verrutschter Lippenstift oder sprießende Nasenhaare. Denken Sie daran, Rotwein kann echte wie künstliche Zähne färben. Und wenn Sie ein Grinsen nicht unbedingt ausschließen wollen, dann müssen Sie vorbeugen. Befeuchten Sie ein Taschentuch und reinigen zwischendurch Ihre violett gefärbten Zähne. Und denken Sie daran, übliches Zähneputzen direkt nach der Weinprobe, kann Ihren Zahnschmelz angreifen. Besser ist es (nach der Weinprobe) die Zähne mit einem feuchten Tuch oberflächlich zu reinigen. Auch das Kauen eines Kaugummi hilft, die Säure am Zahnschmelz zu verringern.

(8) PERSÖNLICHE ANSPRACHE:  Beim Verkosten am Tisch sollten Sie den Winzer begrüßen - Sie erhalten so seine Aufmerksamkeit. Und wenn der Wein Ihnen Spaß bereitet, dann sprechen Sie den Winzer an. Nur von ihm erfahren Sie authentische Informationen über seine Passion, seine Weinberge und sein Weingut. Nur so erfahren Sie die Geschichten hinter dem Wein. Expertisen der Weine hat der Winzer am Tisch liegen. Nehmen Sie diese nur dann mit, wenn Sie sich auch wirklich für den Wein interessieren. 

Bei Interesse nehmen Sie sich also Zeit. Fragen Sie nach den Traubensorten, nach der Art der Weinbereitung. Wie sich die Jahrgänge entwickelt haben, könnte auch interessant für Sie sein. Wenn Sie höflich sind und sich ehrlich interessiert zeigen, werden Sie zudem noch die Persönlichkeit des Winzers im Gespräch spüren können. Alles dies sind geschenkte Informationen, die nicht selbstverständlich und einfach zu bekommen sind. Diese Informationen können sehr wertvoll für Sie sein. 

(9) PERSÖNLICHE PRÄSENZ: Vermeiden Sie bei der Verkostung am Tisch, diesen zu blockieren und vermeiden Sie unbedingt lautes Sprechen. Lassen Sie auch andere Gäste herantreten. Blockieren Sie auch nicht den Spucknapf. Wenn Sie diesen zu sich herannehmen, stellen Sie ihn nach Gebrauch wieder zurück. Und zeigen Sie Gelassenheit, indem Sie ruhig das Gespräch mit dem Winzer vorübergehend unterbrechen und andere Gäste auch Fragen stellen lassen. Der Winzer wird Sie nicht vergessen. Sobald er anderen Verkostern Fragen beantwortet hat, wird er Sie wieder gerne ansprechen. Sie können auch problemlos ein Gespräch bei zu hohem Gedränge beenden, woanders weiter verkosten und zurückkehren. Ihre vorzeitiges Verlassen des Tisches, sofern Sie eine Retour wirklich möchten, sollten Sie dem Winzer kundtun.

(10) PERSÖNLICHE FREUDE: Manche Verkoster erscheinen zuweilen sehr ernst, während sie Weine probieren. Mag sein, dass dies Profis sind, die sich konzentrieren, mag sein, dass es sich um Menschen ohne Freude handelt, wer weiß das schon. Lassen Sie sich nicht beirren, sondern lassen Sie die Verkostung wertfrei auf sich zukommen und entwickeln Sie Ihr persönliches Interesse. Und denken Sie daran, eine Weinverkostung ist kein Steuerseminar und Sie werden beim Verlassen der Räumlichkeiten nicht befragt, ob ihrer Kenntnisse und Bewertungen. Genießen Sie die Weine, die individuellen Eindrücke, die Persönlichkeiten der Winzer und erfreuen Sie sich an Ihren wachsenden Erfahrungen, unterstützt von Ihren Notizen. Haben Sie einfach Spaß.

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